Remscheid: Ein letztes Konzert

Musik in Remscheid : Ein letztes Konzert

Die Band „Games For May“ hat im Bergischen Land Kultstatus erreicht. Im „Point of Music“ feiert sie am Freitagabend ihren Abschied – und das mit einer neuen CD. Um 19.30 Uhr geht’s los.

Mit einer CD-Release-Party verabschieden sich die Musiker von „Games For May“ morgen Abend im „Point of Music“ von ihren Fans – und gedenken dabei auch ihres gestorbenen Bandmitglieds Uwe Schepansky. Der Gitarrist war im März dieses Jahres überraschend gestorben, als die Musiker gerade ihre zweite CD „Second. Best.“ produzierten.

„Wir haben uns wirklich schwergetan, eine Release-Party aufgrund von Uwes Tod zu machen“, sagt Schlagzeuger Heinz-Jürgen Nusch (64). Aber man habe dann doch hinter das gemeinsame musikalische Schaffen ein Ausrufezeichen setzen wollen. „Aber ein Stehrümchen? Nee, das hätte Uwe nicht gewollt“, sagt der Drummer. Also habe er sich ans Grab seines gestorbenen Bandkollegen und Freundes gesetzt „und ihn gefragt“. Die Party stand – wenn auch mit Gastgitarristen. „Seine Musik lebt weiter“, sagt Heinz-Jürgen Nusch.

Am Freitagabend stellen die Progressive Rocker Nusch, Hoffi Hoffmann (Bass, 65) und Michael Botho (Gesang, 64) also ihre zweite CD „Second. Best.“ vor, die im Juni erschienen ist. Die erste Platte, „The First of May“, erschien 2013. Für beide Produktionen war Matthias Donner von Donner Tontechnik in der Gerstau verantwortlich – als Gitarrist tritt er ebenso morgen Abend im POM als Gastmusiker auf. Dabei ist auch der ehemalige Bandkollege Uwe Sandfort sowie weitere Freunde. Gemeinsam treten die Musiker ein letztes Mal als „Games For May“ auf – und lassen noch einmal Uwe Schepansky wirken.

Dieser war nicht nur ein Bandkollege, sondern ein langjähriger Freund. Denn die Remscheider hatten sich bereits auf dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium kennengelernt. 1971 gründeten die Jungs zunächst die Band „Walpurgis“, der Vorläufer der heutigen „Tasted“, als Schülerband. Das Trio, bestehend aus Bassist, Gitarrist und Schlagzeuger, spielte Coversongs – Jimi Hendrix, Led Zeppelin und Co. 1974 machten Nusch, Hoffmann und Schepansky gemeinsam Abi.

In den 70ern gab es zudem erste Ansätze von „Games For May“, als die Remscheider den Sänger Michael Botho trafen. Ab 1990 hieß das Quartett dann offiziell „Games For May“ – und spielte in dieser Besetzung ab sofort eigene Songs.

Beide Bands liefen parallel – und blieben ihrem Stil treu. Auch „Tasted“ gibt es heute noch. Hier stehen Cover im Mittelpunkt. „Die Games-For-May-Songs sind gitarren- und englischer-Progrock-lastig – und schön kräftig“, sagt Nusch, der eigentlich all das mag, „was gut schiebt“. Geprobt wurde in der Nusch’schen Scheune – Rock muss schließlich laut gespielt werden, sonst klingt er nicht. Hier feierten die Freunde auch gemeinsam ihren 60. Die Texte, die Michael Bothos Feder entspringen, handeln vom Leben in all seinen Facetten. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Rockmusiker eine Fangemeinde aufgebaut. Legendär seien die Auftritte in der einstigen Musical-Box bei Wolfgang Zeimens gewesen, der dabei gern rauchend am Mischpult stand. „Mein Leben wäre völlig anders verlaufen, wenn ich die Musik nicht so geliebt hätte“, sagt Nusch, der Zahntechniker gelernt hat, heute aber bei der Stadt beschäftigt ist. „Ich habe mich damals dagegen entschieden, meinen Meister zu machen, weil ich mir Zeit für die Musik bewahren wollte.“

So lernen die Fans auch eine neue Facette des 64-Jährigen, dem man sein Alter nicht anmerkt, auf der neuen CD kennen: Den „Christopher’s Song“ in Gedenken an gestorbene Haustiere hat Schlagzeuger Nusch mit seiner sonoren Stimme selbst eingesungen.