Remscheid: Ein ansehnliches Parkhaus wird teuer

Am Hauptbahnhof in Remscheid: Ein ansehnliches Parkhaus wird teuer

Kurz vor der Eröffnung des Kinokomplexes am Bahnhof verabschiedet der Bauausschuss mit klarer Mehrheit ein Sanierungs- und Unterhaltungsprogramm für das P&R-Parkhaus. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Seit Jahren ist das wenig ansehnliche, regelmäßig von Vandalismus betroffene Parkhaus am Hauptbahnhof ein Aufreger bei Bürgern und Politik. Wenige Wochen vor der Eröffnung des angrenzenden Kinokomplexes der Firma Cinestar steht nun der Fahrplan, wie man das mit öffentlichen Geldern finanzierte Gebäude sanieren und sichern will und wie man einen dann erreichten vorzeigbaren Zustand langfristig erhalten möchte.

Bei einer Gegenstimme der Linken stimmte der Bauausschuss am Dienstagabend für ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das die Stadt ausgearbeitet hat. Es sieht zum einen Ausgaben in Höhe von 74.000 Euro für Reinigung, Reparaturen und Sanierungen vor. Größter Posten ist mit 44.000 Euro ein neuer Anstrich für Decken und Wände im Treppenhaus. Das wurde jahrelang als Toilette missbraucht.

Der Beton erhält eine Spezialbehandlung, um die Urin-Moleküle bis zu einer bestimmten Tiefe mit einer Chemikalie zu zerstören. Dann wird die Fläche gestrichen und versiegelt. Vorher soll der defekte Aufzug repariert werden. Hinzu kommen dann noch die teilweise Sanierung von Fahrbahndecken und die Instandsetzung der Toranlage.

Jährlich knapp 50.000 Euro will die Stadt Remscheid für die Unterhaltung des Parkhauses am Hauptbahnhof ausgeben. Größter Posten ist hier die Bezahlung der Patrouillengänge eines Sicherheitsdienstes, der verhindern soll, dass das Parkhaus wieder von Unbefugten für Drogengeschäfte oder als Ort für die Notdurft missbraucht wird. Seit die Stadt diesen Dienst engagiert hat, sind bereits zahlreiche Platzverweise erteilt worden.

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Fritz Beinersdorf (Linke) kritisierte, dass zentrale Schwachstellen des Parkhauses wie der fehlende Anschluss ans Kanalnetz und die nicht vorhandene Wasserversorgung mit dem Plan der Stadt nicht behoben werden. Es sei zudem problematisch, dass die Stadt so viel Geld zugunsten eines privaten Investors investiere. Thomas Brützel (W.i.R.) stimmte dem Paket zwar zu, allerdings mit „Bauchgrummeln“, wie er einräumte. „Ohne Kino hätten wir die 50.000 Euro pro Jahr nicht investiert“, zog auch er einen Zusammenhang zwischen Kinobau und dem Bemühen der Stadt, einen viele Jahre akzeptierten Missstand nun aus der Welt zu schaffen

Baudezernent Peter Heinze wollte dieser Argumentation nicht uneingeschränkt folgen. Von einer Aufwertung des Parkhauses würden alle Nutzer profitieren, auch die Pendler, die täglich am Bahnhof in die S 7 umsteigen. „Das Kino hat uns motiviert, es schneller zu machen.“ Die Finanzierung für die nun geplanten Schritte zu sichern, sei „anspruchsvoll“ gewesen. Ein Wasseranschluss habe sich in der Prüfung als nicht wirtschaftlich erwiesen.

Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) sieht in dem jetzt auf den Weg gebrachten Plan das Ergebnis der Beharrlichkeit der Politik. Die habe in der Vergangenheit nicht aufgegeben. Ziel müsse es sein, dass Besucher, die per Auto zum Kinobesuch nach Remscheid kommen, nach dem Besuch des Parkhauses noch Lust haben, wiederzukommen.

Das letzte Wort hat nun der Rat am 22. November.

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