Remscheid: Ein Abend voller Neugier und Vorfreude

Premiere in Remscheid : Ein Abend voller Neugier und Vorfreude

Gut 400 geladene Gäste kamen zur Eröffnung des CineStar-Kinos am Bahnhof. Der Schauspieler und Regisseur Florian David Fitz machte seine kurze Aufwartung. Der Film „100 Dinge“ und das Kino fanden allseits Gefallen.

Mit dem Posieren auf einem roten Teppich haben die Remscheider wenig Erfahrung. Glamour, Lächeln, Händeschütteln, Fotografiert werden – das alles ist eher ungewohntes Terrain. Am roten Teppich kam niemand am Mittwochabend vorbei. Der Leiter des neuen CineStar-Kinos am Bahnhof, Jörg Bender, und der Geschäftsführer der Kinokette aus Hamburg, Oliver Fock, empfingen im schwarzen Anzug und weißen Hemd die geladenen Gäste persönlich. Sehr freundlich, sehr routiniert. Und bester Laune.

Gut 400 Gäste wurden erwartet. Im Foyer bildete sich eine Schlange. Wer das persönliche Begrüßungsritual unfallfrei überstanden hatte, der schaute sich zunächst einmal um in diesem neuen Kinopalast, in dieser Traumfabrik aus Bildern und Tönen – und schnell kleidete die meisten Besucher ein Lächeln voll neugieriger Vorfreude.

Prominenter Besuch zur Kino-Eröffnung in Remscheid

Das ist also unser neues Kino? Nicht schlecht. Der großzügige Empfang, die lange Theke mit Bier, Wein und Popcorn. An den Seiten stehen Glastöpfchen gefüllt mit Frikadellen auf Kartoffelsalat oder Hühnerfleisch auf Bulgur. Man muss genau hinschauen, um zu erkennen, was es zu essen gibt, denn im Kino herrscht farbiges Dämmerlicht, auf beiden Etagen. Junge Damen in schwarzen Hemden balancieren auf Tabletts Sektgläser. Anstoßen auf eine neue Kino-Ära. Nach sieben Jahren Wartezeit. Da klirren die Gläser, und das kurze Wort „Endlich“ zieht sich wie der Schweif einer Sternschnuppe durch das Stimmengewirr.

Kino-Eröffnungen sollen Glanz bekommen durch einen Stargast. Florian David Fitz stieg gegen 18.30 Uhr aus einem VW-Kombi. Ziemlich schluffig sah dieser Frauenschwarm aus. Jeans, abgewetzte Schuhe, flusiger Pullover, verwaschene Jacke. Fitz schaut aus müden Augen. Remscheid ist einer der letzten Termine seiner Kinotour für seinen Film „100 Dinge“. Aus zwei Metern Entfernung sehen die Menschen von der Leinwand ganz normal aus. Jedenfalls Florian David Fitz könnte man eher im Saxo auf der Alten Bismarckstraße treffen, als beim Käfer in seinem Wohnort München.

Klar, zu einem Selfie ist der eher schüchterne Mann immer bereit. Das sind die PR-Gesetze der Filmwelt. In Remscheid waren es nur zwei Einsätze. Bei der Präsentation seines Films duzt er sogleich das Publikum. Die Fragen der extra aus Hamburg eingeflogenen Moderatorin Sara Kelly-Husain hat er wahrscheinlich in den vergangenen Wochen schon hundertmal beantwortet. Wie er sich diesen tollen Body antrainiert habe? Warum er Hornhaut unter seinen Füßen hätte? Ob es Krach mit seinem Freund Matthias Schweighöfer am Set gegeben habe und so weiter.

Fitz verlässt gerne und schnell die Komiker-Rolle, die er im Film so gut beherrscht, und betont, dass es ihm nicht nur um Humor, sondern auch um Inhalt gehe. „100 Dinge“ setze sich mit Themen der Gesellschaft auseinander, mit dem totalen Konsum als Suche nach dem Glück. Und dann muss er schon weiter. Kurzes Winken, und ab durch den Seitenausgang.

Schauspieler Florian David Fitz besuchte die Eröffnung des CineStars in Remscheid. Zum Start wurde seine Komödie „100 Dinge“ gezeigt. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

„Hier werde ich öfters sein“, sagte Stadtdirektor Sven Wiertz nach der Filmvorführung. Und er sprach das aus, was fast alle sagten an diesem Abend. Der rote Teppich ist eingerollt. Das normale Programm läuft, und das CineStar-Kino muss sich bei den Bürgern bewähren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kino-Eröffnung in Remscheid – mit Stargast Florian David Fitz

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