Remscheid: Eilbeschluss soll Freibadsaison sichern

Politik in Remscheid : Eilbeschluss soll Freibadsaison sichern

275.000 Euro will die Stadt investieren, um den „Oldtimer“ rechtzeitig bis zum Sommer fit zu machen für den Badebetrieb. Für die nötige Grundsanierung hofft man weiter auf Fördermittel von Bund und Land.

Sportdezernent Thomas Neuhaus konnte am Montagmittag aufatmen: Zur Badesaison 2020 kann das Freibad Eschbachtal höchstwahrscheinlich wieder seine Tore öffnen. In einem Telefonat hatte ihm zuvor der Vorsitzende des Sportausschusses, Markus Kötter (CDU), grünes Licht gegeben. Seine Fraktion will am Mittwoch in der Sitzung des Sportausschusses einen Eilbeschluss mittragen, der die Bereitstellung von 275.000 Euro aus dem Haushalt für jene Reparaturen vorsieht, die nötig sind, um einen Badebetrieb ohne Einschränkungen und ohne Gefahren zu ermöglichen.

„Wir machen den Oldtimer wieder fahrbereit“, sagte Neuhaus der BM in Anspielung auf das fortgeschrittene Alter der Freibadtechnik. Immer wieder hatte sie in den vergangenen Jahren für Probleme gesorgt.

Nachdem kurz vor Weihnachten die ernüchternde Botschaft kam, dass im Regionalrat ein Förderantrag Remscheids über 14 Millionen Euro für eine Grundsanierung und Modernisierung des Schwimmbads abgelehnt worden war, brachte die Stadt jetzt Plan B an den Start. Der sieht zunächst eine Behebung der augenfälligsten Mängel vor. Im Oktober hatte ein Gutachter dafür eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Der Zeitplan sei „sportlich“, sagte Neuhaus gestern im BM-Gespräch. Noch in diesem Monat müssen die Gutachter und Fachplaner beauftragt werden. Bis Mitte März sollen diese Vorarbeiten abgeschlossen sein. Für die Umsetzung der Bauarbeiten ist dann ein Zeitraum von Anfang April vorgesehen. Anfang Juni soll das Bad eröffnen. Sollte der ehrgeizige Plan aufgehen, wolle man in diesem Jahr eine kleine Eröffnungsfeier machen, sagte Neuhaus. Schließlich hatte das Bad im Vorjahr wegen technischer Probleme bei bestem Badewetter vorzeitig schließen müssen. Dadurch waren nicht nur Einnahmen verloren gegangen, sondern Badegäste auch verärgert worden, die vor der Tür standen.

„Indirekt“ sei mit der Entscheidung, die Sofortmaßnahmen zu veranlassen, auch der Entschluss verbunden, „das Bad zeitnah und substanziell zu sanieren“, heißt es in dem Bericht des Gutachters. Zwei Jahre Vorlauf seien nötig.

Für dieses Millionenprojekt hofft Neuhaus weiterhin auf Fördergelder von Land und Bund. Er kündigte an, dass die Stadt überlege, sich in diesem Jahr erneut beim Programm „Soziale Förderung im Quartier“ des Landes zu bewerben. Diesmal allerdings mit einer kleineren Summe. Auf Basis der bewilligten Anträge anderer Städte lasse sich erkennen, dass der Remscheider Antrag im  Volumen zu groß gewesen sei. Der Plan sei nun, die Finanzierung der Grund-Sanierung in mehreren Schritten anzugehen. Maximal bis fünf Millionen Euro seien für einen Förderantrag realistisch. Vor einer Bewerbung will Neuhaus aber zunächst abstimmen, ob nicht andere Projekte in Remscheid in diesem Jahr in diesem Programm an den Start gehen wollen. Auch auf mögliche Bundesgelder hofft die Stadt. Die große Nachfrage der Kommunen auf ein Förderprogramm habe gezeigt, wie groß der Bedarf im Bereich der öffentlichen Bäder sei.

Sollten alle diese Versuche nicht fruchten, müsse die Stadt überlegen, wie sie aus eigener Kraft die Freibad-Sanierung finanziell stemmen kann. Eine Schließung des Freibads ist für Neuhaus auf jeden Fall keine Option.