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Remscheid: Ehrenamt lässt die Rosen blühen

Engagement in Lüttringhausen : Ehrenamt lässt die Rosen blühen

Trotz Corona-Krise sollen die Beete an der Gertenbachstraße aufgewertet werden. Dafür braucht es Spenden – und freiwillige Paten.

Als Gabriele Lipka vom Naturschutzbeirat gemeinsam mit den Rosenfreunden des Bergischen Landes und ehrenamtlichen Paten die Pflege der Rosen an der Gertenbachstraße vor sechs Jahren übernahm, waren die Sträucher in keinem guten Zustand. Lange stand bei vielen in Lüttringhausen der Frust über die Untätigkeit der Stadt im Mittelpunkt, die kein Geld zur Pflege zur hatte. Auch das Verhalten mancher Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht entfernten, trug zum schlechten Zustand bei.

Doch jetzt trägt das große Engagement Früchte. Die Achtsamkeit von Bürgern hat zugenommen, freut sich Lipka. Die wunderschönen Rosen, die seit der regelmäßigen und professionellen Pflege jedes Jahr in voller Pracht blühen, werten die Gertenbachstraße auf und erfreuen die Passanten. Zwei Mal im Jahr können bei einem öffentlichen Termin auch andere Interessierte beim Rosenschnittkurs mit den Rosenfreunden, den Rosenpaten sowie den FÖJlern der Natur-Schule Grund beim Schneiden und Pflegen der Beete an den Baumscheiben helfen und wertvolle Tipps für die eigenen Sträucher aufgreifen.

Der erste Termin in diesem Jahr, der für Ende März angesetzt war, musste jedoch aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abgesagt werden. Das heißt allerdings nicht, dass an den Beeten und Rosen nichts passiert. Mitte März gab es einen kleinen Rundgang von Gabriele Lipka gemeinsam mit Maike Wand von den Rosenfreunden und Reiner Malcher, bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) verantwortlich für Park- und Grünanlagen und Straßenbegleitgrün. Die TBR hatte bereits Wildkräuter entfernt – eine Aufgabe, der auch die Paten das ganze Jahr über immer wieder nachgehen.

Beim Rundgang wurde festgehalten, dass an einigen Beeten die Erde aufgefüllt werden muss. Außerdem sollten noch bodendeckende Pflanzen bei einigen Baumscheiben ergänzt werden. Der Vorteil der Pflanzen: Sie halten Unkraut und Hunde fern. Diese Erfahrungen haben die Paten bereits in den letzten Jahren mit Versuchsexemplaren aus ihren eigenen Gärten gemacht, erklärt Lipka. Die Verbesserungsarbeiten wurden bereits von den Technischen Betrieben durchgeführt, Stauden geplfanzt. Auch Dünger wurde aufgetragen. „Die Beete sind in einem sehr guten Zustand“, lobt Malcher. Die TBR könne aufgrund knapper Geld- und Personalressourcen immer nur da tätig werden, so es am meisten brennt, bedauert er. Deshalb sei man über jede Hilfe, wie es sie in Lüttringhausen gibt, dankbar.

Auf diese Hilfe setzen die drei nun auch bei einer neuen Aktion. Gabriele Lipkas Wunsch ist es, dass im nächsten Jahr in jedem Beet Frühlingsblüher für Farbe sorgen. Vereinzelt haben Paten das bereits gemacht, sodass schon dieses Jahr an einigen Beeten Narzissen oder Krokusse die Augen der Passanten erfreuen und Insekten als Nahrung dienen.

Damit das im nächsten Jahr für alle Beete gilt, sollen im Herbst Blumenzwiebeln gepflanzt werden. Das müssen jedoch keine neuen sein. Gerne können gebrachte gespendet werden – etwa kleine Tulpen oder Osterglocken aus dem aktuellen Osterkörbchen. „Die sind viel zu schade zum Wegwerfen. Sie können im nächsten Jahr noch einmal blühen“, erklärt Malcher.

Der Appell lautet deshalb: Aufheben. Die Blumenzwiebeln dafür aus den Töpfen nehmen, Erde grob entfernen, in Zeitungspapier wickeln und an einen geschützten Ort lagern. Wichtig sei es, dass die Blume noch hier Laub hat, weil sie daraus ihre Nährstoffe zieht, ergänzt Malcher.