Remscheid: Dritte „GertenBUCHstraße“ mit Ecken und Kanten

Lüttringhausen : Dritte „GertenBUCHstraße“ mit Ecken und Kanten

Die dritte Buchmeile im Herzen Lüttringhausens musste vor dem Wetter kapitulieren und in den CVJM-Saal umziehen.

Ein ganzer Tag rund ums Buch, den gab es am Samstag bei der dritten Auflage von „GertenBUCHstraße“ der Vereinigung Gertenbachstraße in Kooperation mit dem neuen Kulturkreis im Heimatbund. Allerdings musste die geplante Buchmeile entlang der Straße im Herzen Lüttringhausens vor dem Regen kapitulieren, die Bücher- und Musikbörse „Book Beat“ zog in den großen CVJM-Saal.

Den Bücherfans, die auf der Jagd nach einem Schmöker-Schnäppchen waren, störte der spontane Umzug nicht. In Ruhe stöberten sie durch das vielfältige Angebot der rund 20 privaten, semi-professionellen sowie professionellen Anbieter. Gertrud Mallwitz und Birgit Welp aus Remscheid wurden schnell fündig. Als Thriller-Fans fiel den beiden Sabine Durrants „Stilles Vermächtnis“ ins Auge. „Eigentlich haben wir zu viele Bücher“, gestand Mallwitz mit einem Lachen. Nach wenigen Sekunden schaffte es schon ein zweites Buch in die Auswahl. Es sei toll, dass es so ein Angebot in der Stadt gibt. Aber es könnten noch etwas mehr Aussteller sein, merkte Welp an.

Carsten Pudel von der Knallfabrik, der Book Beat organisierte, zog ein durchwachsenes Fazit. Es sei zwar froh über die Lösung. Weil das Marionettentheater, die Geschichtenwerkstatt sowie der Speakers Corner ebenfalls ins CVJM weichen mussten, sei die Atmosphäre nicht ganz die passende für den Basar gewesen. Auch organisatorisch habe es Probleme gegeben. So hätte etwa der Bücherstand des Lions Clubs, der vor der Tür platziert war, noch problemlos in den Saal gepasst.

Volker Beckmann, Mitglied in der Vereinigung Gertenbachstraße sowie im Kulturkreis, zeigte sich dennoch zufrieden mit der Veranstaltung. „Wichtig ist, dass die Lütteraten und die Stadtteilbibliothek von der Aktion profitieren und noch mehr Unterstützung erhalten“, sagte er. Durch die erstmalige Förderung des Kulturausschusses der Stadt konnten in diesem Jahr noch mehr Künstler, etwa eine Dixieband, gewonnen werden. Das Lesen werde auf vielfältige Weise Jung und Alt nähergebracht. Unter anderem sorgten die Schlawiner, Fairtrade Town Remscheid sowie die Eisenbahnfreunde Remscheid für die Verpflegung. Außerdem gab es insgesamt 17 Lesungen in der Stadtteilbibliothek, im Café Lichtblick, im F(l)air-Weltladen sowie bei Berufsbekleidung Kotthaus.

Von humoristisch über politisch und poetisch war für jeden Geschmack etwas dabei. In der Stadtteilbibliothek lasen etwa Stadtkämmerer Sven Wiertz, SPD-Landtagsabgeordneter Sven Wolf sowie die Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums Nicole Grüdl-Jacobs verschiedene Reden, die sie inspiriert haben. Darunter Martin Luther Kings „I Have a Dream“ auf Deutsch. Im F(l)air-Weltladen präsentierten fünf Frauen verschiedene Bücher, die sie beeindruckten. Heimatbundvorsitzende Christiane Karthaus las zum Beispiel einen Auszug von Ken Follets „Kinder der Freiheit“.

Besucherin Andrea Zimmermann aus Radevormwald war zum ersten Mal dabei. Sie wurde neugierig, als eine Kollegin davon erzählte. Sie bereue es nicht, gekommen zu sein, denn aus den ersten beiden Lesungen im Weltladen habe sie bereits gute Lesetipps mitgenommen. „Man erhält einen anderen Blick und kann etwas ganz anders erfahren“, schwärmte sie. Ein solches Lesefestvial sei wichtig, um auch gerade Kinder und Jugendliche für das Lesen zu begeistern.

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