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Remscheid: Dreister Dieb muss ins Gefängnis

Verbrechen im Bergischen : Dreister Dieb muss ins Gefängnis

In sich gekehrt hörte sich der 36-jährige Angeklagte aus Remscheid die Anklage des Staatsanwaltes an: Im Februar dieses Jahres solle er sich mehrmals des besonders schweren gewerbsmäßigen Diebstahls schuldig gemacht haben, um seine Drogensucht zu finanzieren.

Ein Autodiebstahl auf der Straße In den Birken in Remscheid lief ab nach dem Motto: Gelegenheit macht Diebe. In den frühen Morgenstunden fand er den unverschlossenen Renault Laguna unter einem Carport, die Fahrzeugschlüssel lagen auf der Mittelkonsole. Er stieg ein und fuhr los. Die Polizei hielt ihn allerdings an und stellte das Fahrzeug sicher.

Zwei Tage später entwendete er aus einem weiteren nicht abgeschlossenen Auto in Wuppertal ein Handy, zwei Lkw-Schlüssel und diverse Kleinigkeiten. Wie er aussagte, habe er unter „Tabletten“ gestanden und schlief deshalb in dem parkenden Auto ein. Der Besitzer fand ihn so – und in der Annahme, dass es sich um einen epileptischen Anfall handele, fuhr er ihn fürsorglich zu seiner Wohnung. Nach zwei Tagen suchte er ihn noch mal dort auf, weil er die Lkw-Schlüssel vermisste. Die lagen dann dort auf dem Wohnzimmertisch – nur das verschwundene Handy war nicht mehr auffindbar.

Von größerem Kaliber war am 22. Februar der Einbruch in ein GTÜ-Fahrzeug-Prüfzentrum in Solingen. Hier musste der Remscheider erst die Tür in einem Rolltor eintreten, um dann in der Halle reiche Beute zu machen: Laptop, Drucker, diverse teure Motor-Prüfgeräte, zwei Xbox-Spielkonsolen und diversen Kleinkram verstaute er in einem unverschlossenen Skoda Fabia, den er von dort mitnahm. Was für ihn unbrauchbar war, stellte er auf einem Parkplatz in der Wuppertaler Innenstadt ab. Die Polizei stellte das Auto mit Inhalt blitzartig sicher, die Prüfstelle erhielt ihre Geräte zurück.

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Am 25. Februar dann der letzte der angeklagten Diebstähle. Während der Fahrer eines Paketdienstes gerade hinten bei den Sendungen beschäftigt war, bediente sich der Remscheider in der offenen Fahrerkabine an dessen Jacke, einer Geldbörse und diversen Papieren – das alles fand die Polizei noch bei ihm, als sie ihn kontrollierte.

Die gestohlenen Autos, so stellte sich heraus, hatte er irgendwo abgestellt. Um Geld für seinen Drogenkonsum zu bekommen, verhökerte er nur die kleineren Beutestücke. Alle Vorwürfe gab er ohne Umschweife zu. So brauchten nur ein Polizist, der ihn und seine Beschaffungskriminalität schon länger kennt, und die Bewährungshelferin Auskunft geben über dessen Lebensgeschichte. Das prall gefüllte Strafregister seit 2002 ließ auch so erkennen, dass es sich bei den Diebstählen nicht um Einzelfälle handelte. Dazu kamen Verurteilungen wegen Drogenbesitzes und wegen Fahrens ohne Führerschein. Eine Bewährungsstrafe kam für das Gericht nicht infrage, stattdessen wurde eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verhängt.