Remscheid: DOC-Umfrage ist umstritten

Geplantes Outlet in Remscheid : DOC-Umfrage ist umstritten

Wuppertaler Einzelhändler diskutierten auf Einladung der Bergischen IHK die geplante Befragung zu den Outlet-Plänen in Remscheid. Die IHK wirbt für einen Kompromiss-Vorschlag. Händler äußern Sorge vor Kaufkraftverlusten.

Sorge vor den Auswirkungen des Lenneper DOCs auf den Wuppertaler Einzelhandel und Frust über Rat und Verwaltung in der Schwebebahnstadt dominierten am Montagabend das Bild bei einer schwach besuchten Informationsveranstaltung der Bergischen IHK. Von 960 eingeladenen Händlern kamen nur knapp 20.

Im Vorfeld der vom Wuppertaler Rat Ende September beschlossenen Befragung der Einzelhändler zu den Remscheider DOC-Plänen hatte die IHK kurzfristig diese Veranstaltung angesetzt, um den örtlichen Händlern zuvor Hintergründe der komplizierten Situation im nun schon Jahre dauernden Outlet-Streit zu vermitteln. Die Hoffnung dahinter: Der seit einigen Tagen auf dem Tisch liegende Kompromiss-Vorschlag des DOC-Investors McArthurGlen, der den Forderungen der Interessenvertretung der Elberfelder Händler (IG 1) weit entgegenkommt, findet insgesamt so viel Zustimmung, dass eine Befragung überflüssig wird.

Dass sei auch eine Frage der Risiko-Abwägung, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Gewinne Remscheid den Rechtsstreit, komme das DOC in seiner ursprünglichen Größe. Die geplante Umfrage der Stadt, so erklärte Daria Stottrop von der IHK, könne in ihrer Methodik nicht repräsentativ sein und auch nicht das vom Rat gewünschte rechtssichere Bild der Lage bringen. 200 Händler in Elberfeld und Barmen sollen dabei entscheiden, welche Flächengrößen sie für die drei wichtigsten Sortimente im Lenneper DOC akzeptieren würden. Zur Auswahl stehen dabei die Vorschläge aus einem vom Wuppertal in Auftrag gegebenen Gutachten, der Kompromiss-Vorschlag von McArthurGlen und die Forderungen der IG 1. Die Ergebnisse der Umfrage sollen dem Rat vorgelegt werden, der dann abschließend im November über die Klagerücknahme entscheiden will.

Die Hoffnung der IHK, deren Vollversammlung sich nach längeren Abwägungsprozessen schon vor einiger Zeit für die Remscheider DOC-Pläne ausgesprochen hat, erwies sich im Laufe des Abends als zu optimistisch. Einzelhändler aus Barmen und Elberfeld im Bereich Bekleidung und Schmuck brachten deutlich ihre Sorge zum Ausdruck, dass Kaufkraft nach Remscheid abwandert und so ihre Existenz bedroht wird. Zwar sei er nicht glücklich darüber, dass der Rat die Entscheidung über die Rücknahme der Klage an die Händler weitergereicht habe, sagte der in der IG Barmen aktive Juwelier Matthias Wewer. Nun aber werde er die Gelegenheit nutzen, und an der Befragung teilnehmen. Die Mahnung von IHK-Präsident Thomas Meyer, dass ohne eine Einigung mit Remscheid das Ende der bergischen Zusammenarbeit und der Verlust von Fördergeldern drohe, wollte Wewer wie auch andere Anwesende nicht gelten lassen. „Die Bergische Zusammenarbeit sollte nicht auf unseren Schultern lasten.“

Andere Stimmen forderten ein schnelles Ende des Outlet-Streits. Viel zu lange schon schwele das Thema und hemme in beiden Städten die Entwicklung des Einzelhandels. „Traurig“ nannte Buchhändler Michael Kozinowski von der IG Friedrich-Ebert-Straße die jüngste Entwicklung.

Die Politik werde das Ergebnis der Händler-Umfrage bewerten und dann abwägen, was zu tun sei, sagte Ratsmitglied Alexander Schmidt (FDP). Die reinen Prozentzahlen alleine gäben nicht den Ausschlag.

Planungs- studie zum Designer-Outlet-Center in Lennep. Animation: McArthurGlen. Foto: McArthurGlen

Michael Wenge erklärte nach kurzer Abstimmung mit den anwesenden Händlern, dass die IHK der Stadt Wuppertal die Adressen von insgesamt 960 Händlern im Tal zur Verfügung stellen wird, um die Befragung durchführen zu können.

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