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Remscheid: Digitale Schule braucht Konzept

Lernen im Wandel - auch in Remscheid : Digitale Schule braucht Konzept

Über die Ausstattung seiner Schüler mit digitalen Geräten kann Dr. Thomas Giebisch, Direktor des Leibniz-Gymnasiums, nicht klagen. Das ergaben die Antworten der Eltern auf einen Fragebogen.

Besitzt der Schüler einen eigenen Computer, oder muss er ihn mit den Eltern oder Geschwistern teilen ? Kann er die Kommunikation mit der Schule nur über ein Handy führen? Lernt er in einem eigenen Zimmer? Diese und andere Fragen haben die Eltern der Gymnasiasten beantwortet. „In jeder Klasse gibt es vielleicht ein bis zwei Schüler, die nicht gut ausgestattet sind“, sagt Giebisch. Ihm sei aufgefallen, dass es vor allem an Druckern zu Hause fehle. Das scheine kein Standard mehr zu sein.

Die Fragebogenaktion auf Initiative der Schulverwaltung läuft bei Abteilungsleiter Markus Eschweiler zusammen. „Die Aktion liefert keine belastbaren Antworten, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln“, sagt Eschweiler. Mehr als einen vagen Eindruck vermittele die Umfrage nicht. Er verweist darauf, dass es in der Schullandschaft große Unterschiede gebe. Der Standard an einem Gymnasium könne nicht mit dem Standard an einer Grundschule oder einer Realschule verglichen werden. Außerdem seien die Bedarfe bei den Schulformen höchst unterschiedlich.

Das zeige sich zum Beispiel an der Ausstattung mit Computerräumen an den Berufsschulen im Vergleich zur Hauptschule. Laut Medienentwicklungsplan sollen in Remscheid ein Computer für fünf Schüler zur Verfügung stehen. Die Politik will diese Quote nach den jüngsten Erfahrungen mit Digitalunterricht deutlich erhöhen. Jedes Kind solle mit einen PC Zugang zum digitalen Lernen haben, so lassen sich die politischen Forderungen bündeln.

16.500 junge Menschen gehen in Remscheid zur Schule. „Für uns wäre es einfach, nur die Geräte zu kaufen und an die Schulen zu verteilen“, sagt Arndt Liesendahl, Leiter des Schulverwaltungsamtes. Aber so funktioniere die Intensivierung der digitalen Ausstattung nicht. Unabhängig davon, aus welchen Quellen die Stadt dieses zusätzliche Geld aufbringen soll, müsse ein Konzept vorliegen, in dem Fragen zum Umfang des Einsatzes geklärt werden und zudem geregelt wird, wie die Wartung der Geräte organisiert werden soll. „Dafür brauchen wir mehr Personal und Systemadministratoren“, sagt Markus Eschweiler. Laut Thomas Giebisch wäre den Schulen in einem ersten Schritt bereits geholfen, wenn die Kosten für die Systeme für Videokonferenzen übernommen werden.