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Remscheid: Diebe stehlen bronzene Gans von Brunnen

Diebe in Lennep : Wer hat die Gans vom Brunnen gestohlen?

Der bronzene Wasserspeier am Lenneper Gänsemarkt wurde in der Nacht geklaut. Eine Belohnung wird ausgesetzt.

Bei einer echten Lennep-Stadtführung ist er ein fester Anlaufpunkt: Der Gänsebrunnen am Gänsemarkt vor dem Röntgenmuseum. Seit der Nacht zum Donnerstag fehlt dem Wasserspiel aber die namensgebende Tierfigur, die oben auf dem Brunnenrand steht und den Kopf nach unten hält, als ob sie trinken wollte. Die bronzene Gans wurde gestohlen.

„Sie wurde abgeschraubt“, sagt Thomas Schmittkamp, Vorsitzender des Vereins Lennep Offensiv. Schmittkamp befand sich gegen 7 Uhr morgens auf dem Platz an der Lenneper Stadtkirche, weil dort Arbeiten an der Kirchturmbeleuchtung stattfanden, als Gisela Wroblowski aus der Altstadtgalerie ihm aufgeregt die Nachricht überbrachte.

Gegen Mitternacht war Schmittkamp nach einem langen Tag im Büro auf dem Heimweg noch am Brunnen vorbeigefahren. Ein junges Paar habe da verdächtig nahe am Brunnen gestanden, im Moment des Vorbeifahrens aber eher den Eindruck eines Liebespärchens gemacht. Sie hielten Händchen. Er habe trotzdem ein komisches Gefühl gehabt, sagt Schmittkamp. Wenige Stunden später war die Gans weg. Schmittkamp hat Anzeige erstattet. „Die Polizei war gerade da“ berichtete Schmittkamp gestern Morgen.

„Wenn die Gans nicht zurückgeben wird, dann war es das für den Brunnen“, sagt Schmittkamp. Die Anschaffung einer neuen Figur könne der Verein nicht bezahlen.

Nachdem die Stadt sich vor einigen Jahren aus Spargründen aus dem Betrieb aller städtischen Brunnen zurückgezogen hat, sichert der extra dafür gegründete Verein Lenneper Brunnen e.V. deren Betrieb außerhalb der kalten Jahreszeit. Spenden werden dafür gesammelt, die Firma Hesselbach hilft bei der Technik. Neben dem Gänsebrunnen kümmert sich der Verein auch um den Löwenbrunnen und den Brunnen am Pumpenplätzchen.

Der Unterhalt des Gänsebrunnens sei teuer, sagt Schmittkamp. Zuletzt wurden wieder 1100 Euro fällig. Die Pflege der komplizierten Technik, um die wasserspeiende Gans mit flüssigem Nachschub zu versorgen, ist anfällig. Zudem habe es schon mehrfach Beschädigungen an der Gänsefigur gegeben. Der Diebstahl sei der Gipfel dieser Entwicklung.

Schmittkamp appelliert an die unbekannte Diebe, die Gans „auf irgendeinem Wege“ wieder zurückzugeben. Zugleich kündigte er im Gespräch mit unserer Zeitung an, eine Belohnung in Höhe von 300 Euro für Hinweise auszuloben, die zu den Dieben führen und die Gans wiederbeschaffen helfen. „Vielleicht ist die Gans aber auch schon bei irgendeinem Schrotthändler im Ruhrgebiet gelandet“, sagt Schmittkamp.

In Schmittkamps Worten schwingt auch Frust mit. Viel Zeit stecke er seit Jahren in die dreifache Brunnenpflege, damit es in Lennep schön aussehe, die Menschen ihre Freude am historischen Stadtbild hätten. Wenn dann solche Fälle von Vandalismus passieren, sei das enttäuschend.