Remscheid: Die Zukunft des Freibads muss geklärt werden

Ansichtssache in Remscheid : Die Zukunft des Freibads muss geklärt werden

Hoffen auf Fördergelder reicht als Strategie nicht aus. Der Rat muss entscheiden, ob und wie er im Eschbachtal investieren will.

Wenn es um „sein“ Freibad geht, kennt Stefan Grote keine Parteifreunde. Der Vorsitzende des Fördervereins Freibad Eschbachtal, der für die SPD das Amt des Bezirksbürgermeisters im Südbezirk ausübt, nannte bei einem Pressetermin in dieser Woche den früheren SPD-Oberbürgermeister Reinhard Ulbrich als Auslöser für sein Engagement für das „Strandbad“, wie es bei vielen Remscheidern noch heißt.

Ulbrich sei es gewesen, der das Freibad vor 25 Jahren aus Kostengründen auf die Streichliste gesetzt hatte, sagte Stefan Grote. Als Reaktion gründete sich damals der Förderverein, um das Bad zu erhalten. 22 Jahre schon ist Grote hier aktiv. Er und seine Mitstreiter sammelten in dieser Zeit rund 300.000 Euro, die in das Bad investiert wurden.

Das ist eine imposante Leistung und macht Grotes tiefe Enttäuschung verständlich, als dieser erfuhr, dass der Förderantrag, mit dem Remscheid die hohe einstellige Millionensumme, die für eine grundlegende technische Sanierung und Modernisierung des Bades nötig wäre, nach Remscheid holen wollte, bei den Beratungen im Haushaltsausschuss in Berlin nicht berücksichtigt wurde. Zu viele Kommunen auf einmal wollten von diesem Geldtopf partizipieren.

Dass es ein Fehler war, dafür den Bergischen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) persönlich verantwortlich zu machen, hat Grote mittlerweile eingesehen. Ein offizielles Händeschütteln in dieser Woche gleich in der Nähe des Sprungturms besiegelte diese Episode.

Das war klug, denn Remscheid kann jede Unterstützung gebrauchen, wenn es das Bad, das seine Bedeutung für die Stadt spätestens mit dem zweiten heißen Sommer in Folge noch einmal unterstrichen hat, irgendwie in die Zukunft retten will. Zwar hat Hardt versprochen, sich in Berlin für eine Neuauflage des Programms starkzumachen. Garantieren aber kann er für nichts.

Darum sollten sich Stadt und Politik mit einem Plan B beschäftigen, den sie besser beeinflussen können. Der Rat sollte möglichst bald in eine Diskussion einsteigen, wo und wie er die dafür vorhandenen Gelder im Haushalt auf die Sportstätten der Stadt verteilen will. Auch hier nämlich steht das Freibad in Konkurrenz mit anderen Projekten, die ebenfalls ihre Freunde und Anhänger haben.

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