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Remscheid: Die Welt macht Ferien auf dem Hackenberg

Mein Remscheid : Die Welt macht Ferien auf dem Hackenberg

Familie Hausmann betreibt seit letzten Jahr eine Ferienwohnung im ehemaligen Bauernhof. Die Nachfrage ist groß.

Schon über 120 Jahre stehen die sieben Linden am Hackenberg in einer Reihe. An heißen Tagen wie in diesem Sommer spenden sie wohltuenden Schatten. Sie sind aber noch viel mehr. Wenn sie könnten, würden sie vom Wandel der ehemaligen „Gemarkung 15 Höfe“ zum ruhigen Wohnort erzählen. An diesem historischen Ort sind sie aber auch Namensgeber für ein Feriendomizil: „Sieben Linden“ – das ist die Ferienwohnung von Familie Hausmann in Alt-Hackenberg.

Im Mai 2017 boten Karin (58) und Klaus-Walter (64) Hausmann die umfangreich sanierte Parterrewohnung zum ersten Mal für Gäste von außerhalb an. Seitdem ist sie stark gefragt, selbst im Winter. „Damit hätte ich gar nicht gerechnet“, betont Karin Hausmann in der Küche der Ferienwohnung. Mit roten Tönen wurde die robuste Küche aus den 70er Jahren aufgepeppt. Modern wirkt das Ensemble. Bewusst sorgen Stühle aus demselben Jahrzehnt für ein Wohlgefühl wie Zuhause.

Die Küche stammt noch von Klaus-Walter Hausmanns Mutter. Nach ihrem Tod hatte das Ehepaar überlegt, was es mit der Wohnung machen sollen. Angeregt durch eine Freundin aus Lüttringhausen, die dort ebenfalls eine Ferienwohnung unterhält, entschieden sie sich für diese Art der Vermietung. Zuerst wollten sie es nur ausprobieren. Doch die Gäste fühlen sich offensichtlich wohl auf dem Hackenberg. Die Resonanz sei bisher durchweg positiv. Die gute Anbindung nach Köln oder Düsseldorf sei für viele ein wichtiger Punkt, etwa für Messebesucher. „Viele schätzen die Ruhe bei uns. Einige setzen sich auch gerne am Abend auf die Bank vor dem Haus“, erzählt Klaus-Walter Hausmann.

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Er ist ein echter Hackenberger und auf dem ehemaligen Bauernhof aufgewachsen. Sei Ur-Großvater kaufte das Anwesen, seitdem ist es im Familienbesitz. Nach dem großen Brand am Hackenberg 1896 wurde das Haus im Fachwerkstil wieder neu aufgebaut und die Linden gepflanzt. „Hackenberg ist einfach ein Lebensgefühl“, betont der Maschinenbauingenieur, der aus beruflichen Gründen unter der Woche einen Zweitsitz in Niedersachen hat. Bis in die 70er Jahre wurde das Haus landwirtschaftlich genutzt. Im angrenzenden Stall standen einmal 16 Kühe. Eine Verbindungstür mit Fenster in der Küche der Ferienwohnung ist heute noch ein stummer Zeuge dieser Zeit.

Ursprünglich wollte das Ehepaar die Küchenmöbel durch neue ersetzen. Doch die Kinder überzeugten sie, die soliden Schränke neu in Szene zu setzen. Die richtige Entscheidung. Geschickt haben sie alt und neu kombiniert. Auch das grüne Bad mit Wanne und Dusche strahlt einen Retrocharme aus. „Vor allem jüngere sagen, das ist ja cool“, erzählt die Hausherrin. Mit Liebe zum Detail hat sie die 76 Quadratmeter, in denen bis zu sechs Personen Platz finden, eingerichtet.

Neben Monteuren oder Restauratoren, übernachtete auch schon ein Ehepaar, das sich in Lennep trauen ließ, bei Hausmanns. „Dafür haben wir extra die Einzelbetten zusammengestellt“, merkt die Vermieterin mit einem Lachen an. Darüber hinaus waren schon zahlreiche Familien und Paare dort. Die Übernachtungsgäste kommen unter anderem aus Frankreich, Coburg oder Salzburg. Demnächst reisen Besucher aus Australien an. Die ganze Welt ist sozusagen bei Hausmanns am Hackenberg zu Gast. Im letzten Jahr wohnte dort auch ein Team aus Sachsen, das beim Deutschland-Cup im Zielspringen für Fallschrimspringer in Lennep teilnahm und gewann.

Wenn die Beiden nach Ausflugtipps gefragt werden, empfehlen sie gerne die Restaurants der Altstadt oder einen Sparziergang zur Wuppertalsperre. Mit dem Müngstener Brückenpark, der Tuchfabrik oder auch der Wuppertaler Schwebebahn biete das Bergische Land viel für Touristen. Einziger Wehmutstropfen für die Gäste – und auch die Anwohner – sei es, dass Alt-Hackenberg seit ein paar Monaten nicht mehr direkt mit dem öffentlichen Bus angefahren werde, bemerkt Hausmann kritisch.

www.sieben-linden.eu