Remscheid: „Die Kinder stehen im Mittelpunkt“

Hilfe in Remscheid : „Die Kinder stehen im Mittelpunkt“

In Remscheid werden derzeit 149 Kinder in den unterschiedlichen Formen der Pflege betreut.

2019 ist das Jahr der Kinderrechte. Sie wurden am 20. November 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten und traten am 5. April 1992 in Deutschland in Kraft. Sie gelten für alle Kinder. In den Paragrafen 20 und 21 geht es um den Schutz bei Pflege und Adoption.

Die UN-Kinderrechtskonvention geht davon aus, dass grundsätzlich die Familie die natürliche Umgebung der Kinder ist. Dort soll ihnen der erforderliche Schutz und Beistand gewährt werden. Ein Kind, das nicht oder nicht mehr in seiner Familie aufwachsen kann, ist darum besonders schutzbedürftig. „Unsere originäre Aufgabe ist es, geeignete Personen zu akquirieren, zu überprüfen und entsprechend ihren Aufgaben auszubilden“, fasst Sandra Regier, Leiterin des Pflegekinderdienstes der Stadt, zusammen.

In Remscheid werden derzeit 149 Kinder in den unterschiedlichen Formen der Pflege betreut. Es gibt bei Adoptionen die Möglichkeiten, ein Stiefkind, ein fremdes Kind oder ein Kind nach einer anonymen Geburt zu sich zu nehmen. „Wir gucken dann, ob sich die Familie gefunden, sich eine Bindung entwickelt hat“, sagt Sandra Regier. Die Kinder haben ein Recht darauf zu erfahren, wer ihre leiblichen Eltern sind. „Es geht dann darum, was sich hinter dem genetischen Code verbirgt. Dabei geht es oft weniger um die leiblichen Eltern, als um mögliche Geschwister“, weiß sie aus Erfahrung. Neben der Bereitschaftspflege und der Kurzzeitpflege gibt es die Dauerpflegefamilie. Sie ersetzt die Familie. Der Schwerpunkt der Hilfe liegt darin, eine sichere, dauerhafte Bindung des Kindes an seine Ersatzeltern aufzubauen.

„Die Kinder stehen bei uns im Mittelpunkt. Sie haben in der Regel eine längere Leidensgeschichte hinter sich. Beispielsweise Schädigungen im Mutterleib, Gewalt, Missbrauch und / oder Vernachlässigungen erlitten. Diese Erfahrungen fließen in die Gemeinschaft der Pflegefamilie ein und fordern mit ihren erlernten Verhaltensweisen das Zusammenleben besonders heraus“, sagt Sandra Regier. Alles würde getan, um Loyalitätskonflikte zu vermeiden und die leiblichen Eltern zu bestärken, sich mit der Situation einverstanden zu erklären.

„Unser Job ist es, Vermittler und Ratgeber zu sein. Kontakte herzustellen, zu entspannen, Besuchsregelungen aufzustellen.“ Gemeinsame Fortbildungen und Ausflüge lassen Freundschaften unter den Familien entstehen und würden eine emotionale Entlastung ermöglichen. Wie intensiv die Pflegeeltern im Alltagsleben begleitet werden, hängt vom Zusammenspiel in der Familie ab. Oft würden monatliche Hausbesuche reichen, manchmal seien einfache Entlastungen hilfreich.

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