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Remscheid: Deutsche Bahn mit großer Fällaktion an den Gleisen

Arbeiten in Remscheid : Bahn mit großer Fällaktion an den Gleisen

Auf 500 Meter Länge werden vom 23. bis 27. Februar 310 Gehölze entfernt.

In der Nacht des 13. Februar 2007 gegen 4.10 Uhr verunglückte ein dreiteiliger Triebwagen der Deutschen Bahn (DB) in Lüttringhausen-Garschagen. Der erste Waggon entgleiste und bohrte sich in die Böschung. Die Betriebsfahrt endete für die drei Eisenbahner im Krankenhaus: Zwei wurden schwer verletzt, nachdem der ansonsten leere Zug in der Dunkelheit ungebremst auf einen Baum geprallt war.

Aufgrund des stark aufgeweichten Bodens und stürmischen Windes hatte es das Gehölz aus seinen Wurzeln gerissen und quer über die Schienen gelegt. Der Baum stand in einem Naturschutzgebiet und war in Privatbesitz. Viel Fläche entlang des Schienennetzes gehört aber auch der Bahn. Um solchen Unglücken vorzubeugen, führt die DB in ganz Deutschland seit 2007 zwischen Oktober und Februar Vegetationsrückschnitte entlang ihrer Gleise durch. Dieses Jahr erfolgt eine größere Maßnahme an der Lenneper Straße. Auf 500 Meter Länge werden vom 23. bis 27. Februar auf beiden Seiten der Eisenbahnbrücke 310 Gehölze entfernt. „Darunter sind 45 Bäume, die unter die Schutzsatzung fallen wie Robinien, Ahorn und Eiche“, erläuterte Frank Stiller (Untere Naturschutzbehörde) in der Bezirksvertretung Süd.

Die Fällaktion der DB kurz vor Beginn der Schonfrist für Gehölze sei alternativlos, betonte Stiller. Das Umweltamt hat deshalb grünes Licht gegeben. Die Böschung in Höhe des Abzweigs Breslauer Straße zähle zu den höchsten in Remscheid, berichtete Stiller, vor allem sei das Gelände dort instabil. „Die Hangsicherung hat Priorität“, meinte er. Der Rückschnitt wird an den fünf Tagen jeweils zwischen 23 und 5 Uhr morgens erfolgen. „Punktuell ist mit Lärmbelästigung zu rechnen“, kündigt die Bahn ihre „maschinellen Vegetationspflegearbeiten“ an. Die Anwohner wurden mit einem Flyer informiert. Beeinträchtigungen auf der S 7-Strecke zwischen Hauptbahnhof und Lennep wird es nicht geben.

Das Konzept des Vegetationsrückschnittes folge „guter forstwirtschaftlicher Praxis“, so eine Bahnsprecherin. Belange des Natur- und Umweltschutzes würden umfassend berücksichtigt. Die Bahn teilt die Arbeiten in zwei Bereiche: In einer Rückschnittszone, die von der Gleismitte aus gesehen mindestens sechs Meter nach links und rechts reicht, werden Pflanzen und Bäume einmal im Jahr bodentief zurückgeschnitten. Darüber hinaus existiert eine Stabilisierungszone, bei der die Inspektoren schauen, welche Bäume störanfällig oder krank sind, um sie bei Bedarf zu entfernen.