Remscheid: Der Hasenberg als Freiluftgalerie

Kunstprojekt in Remscheid: Der Hasenberg als Freiluftgalerie

Die Gewag und das soziokulturelle Zentrum „Die Welle“ haben mit einem neuen Kunstprojekt Farbe in den Stadtteil gebracht. Entstanden sind elf großflächige Planen mit Fotografien, Bildern, Collagen und Drucken.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Gewag haben das kommunale Wohnungsunternehmen und das soziokulturelle Zentrum „Die Welle“ mit einem neuen Kunstprojekt Pep und Farbe zum Hasenberg gebracht. Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren über die Sommermonate auf der Suche nach Besonderheiten im Stadtteil: Entstanden sind dabei elf großflächige Planen mit Fotografien, Bildern, Collagen und Drucken, die nun an verschiedenen Hausfassaden und Wänden hängen.

Ein Wohnviertel als offene Freiluftgalerie, das kann wahrlich nicht jeder Stadtteil Remscheids von sich behaupten. Doch der Hasenberg kann: Aufmerksame Bewohner und Besucher des Lenneper Ortsteils werden bei ihren Spaziergängen durch die Straßen vielleicht schon die ein oder andere großflächige Planen entdeckt haben, die im ersten Moment wie ein großes Werbebanner an grauen Wänden oder weißen Hausfassaden wirkt. Werben wollen die Autoren der Werke aber nur für eins: ihren Stadtteil. Den präsentieren sie vielfältig und farbenfroh.

Auf den Bildern zu sehen sind etwa Momentaufnahmen, Fotografien von Pflastersteinen und Grünzügen, teilweise auch von saftigen Früchten und Abdrücken der Natur, die den Hasenberg umgibt. Auch Silhouetten von Menschen sind zu erkennen, wie etwa die von Thimo Pepersack, wie er vor dem Hintergrund eines am Hasenberg stehenden Wohngebäudes einen Salto springt. Der 22-Jährige wohnt selbst nicht am Hasenberg, kennt den Stadtteil dennoch gut, „weil wir hier regelmäßig trainieren“. Als geübter Traceur und Parkour-Trainer nutzt er die Strukturen der Wohnsiedlungen, um seinen Sport im Freien auszuüben.

„In der Regel gibt es in der Nähe von Mehrfamilienhäusern gute Treppenanlagen und Metallgeländer, an denen wir üben können“, sagt Pepersack. Am Hasenberg sei die Auswahl dafür besonders groß und die Umgebung zudem schön ruhig und grün. „Als wir für dieses Projekt angesprochen wurden, waren wir deswegen auch direkt dabei“, sagt Parkour-Kollege Raphael Golla (15). Die beiden Sportler haben den Hasenberg aus ihrer (sportlichen) Perspektive dokumentiert.

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Die 17-jährige Jolien Picht war dagegen als Welle-Reporterin unterwegs, um sich mit Hasenbergern zu unterhalten. „Wir haben Interviews geführt, sie gefragt, was ihnen an ihrem Stadtteil gefällt.“ Daraus haben die Nachwuchsreporter kleine Clips gestaltet, in denen Fotografien vom Hasenberg zu sehen sind, während im Hintergrund Anwohner zu Wort kommen. Die Clips sollen künftig auf der Homepage der Welle zu sehen und zu hören sein.

Die Planen – unter anderem auch mit wunderschönen Natur- und Lichtaufnahmen der Foto-Werkstatt der IG Hasenberg, einer freien Gruppe von Hobby-Fotografen – sollen länger hängen bleiben, erklärten Zbigniew Pluszynski, Geschäftsführer der Welle, und Hans-Jürgen Behrendt, Vorstand der Gewag.

Bereits vor zehn Jahren gab es ein ähnliches Projekt zwischen Gewag und Welle, bei dem kunstvoll gestaltete Planen zwischen den Wohnhochhäusern aufgehängt wurden. „Erstaunlicherweise hingen sie teilweise bis jetzt noch“, äußerte Pluszynski. Behrendt zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. „Es ist eine schöne Fortsetzung geworden, die auch dokumentiert, wie sich das Quartier durch neue, junge Leute und ihre Impulse, wie etwa auch das neue Atelier von Puppenspieler Markus Heip hier am Hasenberg, nachhaltig verändert und entwickelt.“

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