Remscheid: Das Freibad muss vorzeitig schließen

Schwimmen in Remscheid : Das Freibad muss vorzeitig schließen

Ein Gutachter rät, den Betrieb vorläufig einzustellen. An einem Sanierungskonzept wird gearbeitet.

Seit Wochen sorgen die Pumpen und Filter für Probleme. Jetzt steht fest: Das Freibad Eschbachtal wird in diesem Sommer nicht mehr öffnen. Der für den 31. August geplante Kindertriathlon „Eisenmännnchen“ muss deshalb ausfallen. „Ich bedaure sehr, den Schritt zum Saisonende gehen zu müssen“, erklärt Stadtdirektor und Kämmerer Sven Wiertz mit Blick auf das für das Wochenende vorhergesagte Sommerwetter. Doch: „Die technischen Probleme können so kurzfristig nicht sicher behoben werden.“

Es ist das vorläufige Ende einer seit Jahren andauernden Pannenserie. Mal waren Rohre gebrochen. Dann fiel ein Phasenfänger aus, dessen Aufgabe es ist, Haare, Pflaster und anderen Schmutz aus dem Wasser zu filtern. Und zuletzt versagten drei Pumpen ihren Dienst. Die Folge: Bei schönstem Sommerwetter musste der Betrieb unterbrochen werden, das Bad konnte nur mit Verspätung in die Saison starten. Und zum unguten Schluss musste die Zahl der Badegäste auf 1500 pro Tag begrenzt werden.

26.000 Besucher passierten in diesem Jahr die Kasse. Von den Problemen in den Technikräumen bekamen die Badenden wenig mit. Die Männer um Badleiter Jürgen Beelte taten alles, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Doch die drei neuen Pumpen, die vor Beginn der neuen Badesaison installiert worden waren, funktionieren nicht mit der vorhandenen Filter- und Anlagentechnik.

Ein Gutachter, der seit Montag die Funktionsfähigkeit überprüft, riet deshalb dazu, den Badebetrieb vorerst einzustellen. „Die technischen Mängel, die er am Pumpen- und Filtersystem ausgemacht hat, sind erheblich und können nicht kurzfristig behoben werden“, erklärt die Stadt Remscheid. Tage vor dem offiziellen Ende der Badesaison am 30. August beendet das 1912 eröffnete und damit älteste Binnenfreibad Deutschlands deshalb die Saison vorzeitig. Nur die „Schiffsparade“, eine Ausstellung von Modellschiffen am 7. und 8. September, und das Hundeschwimmen können noch stattfinden. Im September soll auch das endgültige Prüfergebnis vorliegen. Der Gutachter soll die Mängel auflisten und Sanierungsvorschläge unterbreiten. Direkt im Anschluss sollen mit dem Austausch eines Ventils im Schwallbecken die Arbeiten aufgenommen werden. „Gemeinsam mit allen Beteiligten habe ich das Ziel vereinbart, für die nächste Saison alle Voraussetzungen für den Badebetrieb zu schaffen“, sagt Sven Wiertz. Mit anderen Worten: Im Sommer 2020 soll das Freibad wieder öffnen.

CDU und SPD im Rat der Stadt fordern unterdessen ein Konzept, wie der Sanierungsstau im Freibad abgebaut werden kann. Gabi Kemper-Heibutzki, sportpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, erbittet darüber hinaus einen Bericht über die Sicherheitslage und die Personalsituation im Freibad. Die politischen Initiativen zur Badrettung sind auch vor dem Hintergrund einer Absage aus Berlin zu sehen. Wie berichtet, war die Stadt mit dem Versuch gescheitert, das Freibad mit Fördermitteln des Bundes in Höhe von 10 Millionen Euro von Grund auf zu sanieren. Ein deshalb entbrannter Streit zwischen Stefan Grote (SPD), Vorsitzender des Fördervereins, und dem Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) hatten beide jüngst begraben. Hardt versprach, sich für eine Neuauflage des Förderprogramms einzusetzen. Wenn, so ist damit frühestens 2020 zu rechnen. Zu spät für die aktuellen Probleme im Eschbachtal.

Mehr von RP ONLINE