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Remscheid: Corona-Situation verunsichert viele Schüler

Pandemie in Remscheid : Corona-Situation verunsichert viele Schüler

Jugendrat, Schülervertreter und Mitglieder des Corona-Krisenstabs tauschten sich bei einem Treffen aus. Die Schüler erzählten aus ihrem Alltag.

Auf Initiative des Jugendrates und auf Einladung von Sozialdezernent Thomas Neuhaus kamen diese Woche Jugendliche und Schülervertreter mit dem Corona-Krisenstab der Stadt ins Gespräch. Schüler äußerten sich verunsichert und erzählten über ihre Alltagserfahrung mit den Schutzmaßnahmen in den Schulen.

Die größten Sorgen bereiten den Schülern die morgendliche Fahrt in überfüllten Schulbussen und der Sportunterricht in nicht durchlüfteten Hallen und engen Umkleiden. Neuhaus, als Leiter des Corona-Krisenstabs, Amtsarzt Dr. Frank Neveling und Schulamtsleiter Arndt Liesenfeld nahmen die Sorgen der Schüler ernst und setzten – auch im Hinblick auf die steigenden Infektionszahlen – am Tag darauf bereits erste Maßnahmen um: Sportunterricht ist seit dieser Woche an allen Schulen untersagt.

Ein Problem bleiben die vollen Schulbusse. „Es war ein toller Austausch mit dem Krisenstab“, fasste Jeanne-Sophie Mortazawi (18), stellvertretende Vorsitzende des Jugendrates, auf der jüngsten Sitzung des Gremiums zusammen. „Wir haben über den Sportunterricht gesprochen, wo sich viele in der Situation unwohl gefühlt haben.“ Sich in den engen Umkleiden mit 20 bis 30 Mitschülern ohne Mund-Nasen-Schutz umzuziehen, habe vielen Bauchschmerzen bereitet.

Das habe Neuhaus gut nachvollziehen können, der den Austausch als bereichernd empfand. „Im Krisenstab haben wir umgehend geliefert und den Schulsport in den Hallen abgesagt sowie den Kontaktsport auf den Sportfreiflächen untersagt.“ Gerne würde der Krisenstabsleiter einen regelmäßigen Austausch mit den Schülern etablieren, um an der ein oder anderen Stelle nachzusteuern.

Am Problem der vollen Schulbusse werde derzeit gearbeitet, wobei es keine einfache Lösung gibt. Denn mehr Busse in den Stoßzeiten einzusetzen sei derzeit nicht möglich, wie eine Nachfrage bei den Stadtwerken offenlegt: „Während der nachfragestärksten Zeit zwischen 7 und 8 Uhr morgens sind alle verfügbaren Busse im Einsatz“, heißt es in der Pressemitteilung. Bleiben dem Krisenstab noch Gespräch mit der Schulleitung und die Frage nach einem abgestuften Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende. Denn wie Neuhaus betonte, „liegt unsere Priorität darin, den Präsenzschulbetrieb so lange es geht weiter stattfinden zu lassen.“

Das finden die Schüler wichtig: „Jüngere Schüler machen sich vielleicht nicht so einen Kopf darüber“, sagte Mortazawi: „Aber wir älteren Schüler in den Abschlussklassen bangen schon davor, als Klasse bloß nicht in Quarantäne zu kommen, um nicht noch mehr Stoff zu verpassen.“ Neben dem Abi- und Abschlussstress sei die Unsicherheit ein zusätzlicher Druck, der den Schülern zu schaffen mache.