Remscheid: Christbaum – „Preiserhöhungen sehe ich nicht“

Adventszeit in Remscheid : Christbaum – „Preiserhöhungen sehe ich nicht“

Experte Wolf Hasenclever schätzt, dass die Preise für Weihnachtsbäume in diesem Jahr stabil bleiben.

Für die Verbraucher ist es eine gute Nachricht: Die Preise für Weihnachtsbäume bleiben in diesem Jahr stabil. „Preiserhöhungen sehe ich nicht“, sagt Wolf Hasenclever.

In fünfter Generation bewirtschaftet der Remscheider das Forstgut Ehringhausen, seit Jahren züchtet und verkauft er Weihnachtsbäume. Und obwohl die Branche durch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre – Wolf Hasenclever: „Der letzte Sommer war der schlimmste“ – mächtig unter Druck geraten ist, will er die Preise, wie viele seiner Kollegen in der Region, nicht erhöhen.

20 bis 22 Euro pro Meter wird die Nordmanntanne bei Wolf Hasenclever also auch in diesem Jahr kosten, wobei die Spitze jedoch nur halb gemessen wird. Unter diesen Preis zu gehen, sei kaum möglich, sagt der Forstwirt. Und wenn ein Kunde dann doch feilschen will? „Dann gebe ich ihm gerne einen Glühwein aus. Aber meine Bäume sind ihren Preis wert.“

Beim Discounter, beim Baumarkt, ja selbst beim schwedischen Möbelhaus sind Weihnachtsbäume teilweise sehr viel günstiger, das weiß auch Wolf Hasenclever nur zu gut. Aber da gehe es wohl eher darum, mit möglichst günstigen Bäumen Kunden anzulocken, um ihnen Lichterketten und anderen Baumschmuck zu verkaufen, vermutet er: „Es ist wie beim Auto: Manchen reicht ein Dacia, andere wollen einen Mercedes.“

Wer nur mal schnell einen Baum mitnehmen will, wird das Forstgut Ehringhausen an der Burger Straße in der Adventszeit aber wohl eh nicht ansteuern. „Das sind nicht meine Kunden“, sagt Wolf Hasenclever. Bei ihm werde der Weihnachtsbaumkauf, der in diesem Jahr am Freitag, 13. Dezember, startet, zum Erlebnis – mit Lagerfeuer, Punsch und Wild-Bratwurst vom Schwenkgrill.

Und inklusive gelegentlicher Diskussionen, wenn Ehepartner sich nicht auf einen Baum einigen können. „Zwei-, dreimal pro Jahr kommt das vor“, sagt Wolf Hasenclever. Und hin und wieder werde ein Baum sogar ganz zurückgebracht – wenn er dem Partner nicht gefällt.

Sieben bis etwa 15 Jahre alt sind die Bäume, wenn Wolf Hasenclever sie erntet. „Das ist wie bei Menschen, die wachsen unterschiedlich schnell.“ Rund zwei Drittel der verkauften Weihnachtsbäume seien bis etwa zwei Meter groß, der Rest teils deutlich drüber. „In Remscheid gibt es viele Altbauwohnungen mit hohen Decken“, sagt Wolf Hasenclever: „Da braucht man schon einen entsprechenden Baum.“

Neben Nordmanntannen, der klaren Nummer eins auf dem deutschen Weihnachtsbaummarkt, sind bereits seit einigen Jahren Stech- oder Blaufichten im Kommen, ihr Marktanteil liegt inzwischen bei deutlich über zehn Prozent. Während die Nordmanntanne mit einem gleichmäßigen Wuchs, einer guten Haltbarkeit und weichen Nadeln punktet, hat die Blaufichte vor allem einen Vorzug: Sie duftet weihnachtlich. Dafür piksen allerdings die Nadeln.

Eine Nordmanntanne halte in einem Ständer mit Wasser „locker drei bis vier Wochen“, sagt Wolf Hasenclever. Außer sie stehe direkt vor der Heizung. Sein Tipp: Den Baum nicht zu früh kaufen, in einem Eimer Wasser draußen lagern und dann langsam akklimatisieren, beispielsweise indem man ihn ein paar Stunden in der Garage zwischenlagert.

„Gerade noch bei Minusgraden draußen und fünf Minuten später im warmen Zimmer – das würden wir Menschen auch nicht mögen“, sagt Wolf Hasenclever.

Zahlen Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern, schätzen Experten. Private Haushalte mit mehr als drei Personen stellen zu 80 Prozent einen Baum zu Weihnachten auf.