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Remscheid: CDU will über das Haus Lennep reden

Seniorenheim : CDU will über das Haus Lennep reden

Sanierung oder Neubau? Die größte Ratsfraktion macht sich Gedanken über die Zukunft des städtischen Altenpflegeheims. 

Es ist viele Jahre her, dass ein Gremium des Rates im Haus Lennep tagte. Seit das einst komplett städtische Alten- und Pflegeheim von der Bergischen Alten- und Pflegeinrichtungen gGmbH – einer gemeinsamen Gesellschaft der Bergischen Diakonie Aprath und der Stadt Remscheid – betrieben wird, gibt es keinen Ausschuss mehr, in dem die Belange der Heime (dazu gehört auch die Stockder-Stiftung in Vieringhausen) öffentlich beraten werden.

Auf Wunsch der CDU soll sich das nun zumindest für einen Termin ändern. Im Sozialausschuss regte Tanja Kreimendahl (CDU) in der vergangenen Woche an, eine der nächsten Sitzungen in das Lenneper Alten- und Pflegeheim zu verlegen. Denn die CDU möchte von der Stadt gerne wissen, wie es mit der Einrichtung weitergeht. Hintergrund sind Überlegungen der Gesellschaft, das Grundstück zukaufen und dort einen Neubau zu errichten, berichtet der Lenneper Bezirksbürgermeister Markus Kötter auf BM-Anfrage. Dazu müsste die Stadt, die Eigentümerin des Gebäudes ist, die Immobilie allerdings verkaufen. Wie konkret diese Überlegungen sind, merkte Kötter, als er einen Anruf der Gesellschaft bekam, in dem es um Fällgenehmigungen für Bäume auf dem Grundstück neben dem Haus Lennep geht. Dort könnte der Neubau entstehen.

Die CDU habe mit Nachfragen unter anderem im Hauptausschuss der Stadt versucht, detaillierte Informationen zu bekommen, berichtet Kötter. Die Stadt, die in der gemeinsamen Gesellschaft nicht die Mehrheit hält, sei aber sparsam mit Informationen.

Die CDU, das macht Kötter deutlich, sieht die Neubaupläne mit Sorge. Neue Pflegeheime würden heute nach anderen, engeren Vorgaben gebaut. Viele der jetzigen Vorzüge der Lenneper Einrichtung würden dann wegfallen. So werde der Neubau nicht mehr über einen Abschiedsraum verfügen, auch die gemeinsamen Mahlzeiten im großen Speiseraum würden wegfallen. Gegessen werde dann künftig in kleinen Räume auf der Station oder auf den Zimmern. Damit gehe ein Teil der Aufenthaltsqualität des Heimes verloren. Auch die von großen Fenstern mit Licht durchflutete Eingangshalle, in der sich die viele Bewohner tagsüber treffen, wäre dann Geschichte, sagt Kötter, der Ende 2018 mit Mitglieder der Bezirksvertretung Lennep einen Hausbesuch machte.

Auch die CDU möchte, dass in das Haus Lennep investiert wird, sagt Kötter. Sie hält aber aus den  genannten Gründen aktuell eine Sanierung der bestehenden Immobilie für die bessere Lösung.

Stadtdirektor Sven Wiertz (SPD) bestätigte gestern auf BM-Anfrage, dass mit der Bergischen Diakonie als Mitgesellschafter über den Verkauf des Grundstücks in Lennep verhandelt wird. Noch sei nichts entschieden. Auch ein Verkauf der städtischen Gesellschafts-Anteile sei weiterhin Thema der Gespräche. Der Rat hat der Stadt ein Mandat dazu erteilt. Die städtischen Mitarbeiter in den Heimen seien aber nicht Thema der Gespräche, betonte Wiertz. Hier solle sich nichts ändern. In der Ratssitzung am 7. Februar will die Verwaltung erneut zum Sachstand berichten.