Remscheid: CDU: Neuenkamp soll bleiben

Sportpolitik in Remscheid : CDU: Neuenkamp soll bleiben

Die CDU will den Sportplatz unbedingt erhalten. Fraktionschef Jens Nettekoven will den Druck auf den RSV als Besitzer der Anlage erhöhen.

CDU-Fraktionschef Jens Nettekoven will die Sportanlage an der Neuenkamper Straße unbedingt erhalten. „Jeder Sportplatz, der verschwindet, ist weg und kommt nicht wieder“, sagte Nettekoven am Donnerstagabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Der Chef der größten Ratsfraktion, der im Düsseldorfer Landtag sportpolitischer Sprecher der CDU ist, reagiert damit auf einen gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen, FDP und Wählergemeinschaft für die nächste Sitzung des Sportausschusses, in dem die Verwaltung aufgefordert wird, für den in Neuenkamp aktiven Verein BV 10 Remscheid eine neue sportliche Heimat zu finden. Die vier Fraktionen und Gruppen ziehen damit die Konsequenz aus dem Ergebnis einer vom Rat beauftragten Kostenermittlung für die Umwandlung des Aschenplatzes in eine Kunstrasenanlage. Der dafür nötige Ankauf des Grundstückes vom Besitzer, dem Remscheider Sportverein, die nötige Altlastensanierung sowie der Umbau zum Kunstrasenfeld addieren sich nach Angaben der Stadt auf Gesamtkosten von 5,35 Millionen Euro.

Für die den Antrag stellenden Parteien stehen Kosten und Nutzen „in keinem vertretbaren Verhältnis“. Hintergrund der Summe: Der RSV geht bei seinen Vorstellungen von der Kaufsumme aus, die bei einer gewerblichen Nutzung des Geländes zu erzielen wäre. Die Stadt legt für ihre Wertermittlung in Höhe von 540.000 Euro dagegen die Nutzungsmöglichkeit zu Grunde, die aktuell baurechtlich dort erlaubt ist: als Sportfläche.

Fritz Beinersdorf (Linke) erkennt in den präsentierten hohen Gesamtkosten das Ergebnis einer Absprache von Teilen des Rates und der Verwaltung. Das sieht auch Nettekoven so: Die Antragsteller hätten darauf gehofft, dass die Rechnung in dieser Höhe ausfalle, „um das Projekt dann ablehnen zu können“. Ihm dagegen gefielen die Varianten für einen Kunstrasen, die die TBR erarbeitet haben, beide gut. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) zeigte Verständnis für den Antrag der Ratsmehrheit. Ein Kaufpreis von 3,63 Millionen Euro, wie ihn der RSV aufgerufen habe, „ist für uns nicht darstellbar“, sagte er am Donnerstagabend. Das habe nichts mit fehlendem Verständnis für den BV 10 zu tun, der auf einen Kunstrasen und einen Verbleib am Neuenkamp hofft. Es gebe aber „Realitäten, die kann man nicht ausblenden“, sagte der OB.

Hellhörig wurde der OB allerdings, als Nettekoven vorschlug, eine Änderung des Bebauungsplanes, die für eine gewerbliche Nutzung nötig wäre, politisch zu blockieren, um dem RSV als Eigentümer so zu mehr Verhandlungsbereitschaft zu bewegen. Schließlich entscheide immer noch die Politik darüber, wie Flächen genutzt werden dürfen. „Wir als Politik haben es in der Hand“, sagte Nettekoven. Diesen Gedanken solle man in Gesprächen der Parteien noch einmal aufgreifen, regte der OB an, ohne in der Sitzung weiter ins Detail gehen zu wollen.

SPD, Grüne, FDP und Wählergemeinschaft hielten sich mit Wortbeiträgen zurück. Erstmalig offiziell auf der Tagesordnung steht ihr Antrag aber auch erst am Mittwoch, 15.Mai, im Sportausschuss.