Remscheid: Busfahren soll attraktiver werden

Öffentlicher Nahverkehr in Remscheid : Busfahren soll attraktiver werden

Die meisten Fahrgäste fahren etwa drei Kilometer mit dem Bus und müssen nicht umsteigen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Stadtwerke. Mit besserem Service sollen mehr Nutzer gewonnen werden.

Die meisten Nutzer der Busse der Remscheider Stadtwerke können bei ihrer Fahrt sitzen bleiben. Sie müssen nicht irgendwo umsteigen und auf einen Anschluss warten. Entsprechend hoch ist die Zufriedenheit. Das geht aus einer Umfrage der Stadtwerke bei den Fahrgästen hervor. Die Gesellschaft für Verkehrsberatung und Systemplanung (GVS) aus Hannover betreute die repräsentative Umfrage.

Die Mitarbeiter haben zwischen 15.000 und 20.000 Fahrgäste befragt. Sie wollten wissen, wie sie von der Haustür bis zu ihrem Fahrziel kommen und welche Rolle der Bus dabei spielt. Die Gruppe der Direktfahrer lag bei 78 Prozent. Linien wie die 654, die von Westhausen bis nach Lüttringhausen fährt, gehören zu den Verbindungen mit der höchsten Auslastung. Auch die 655, 660 und 664 fahren auf den Strecken, die von vielen Remscheidern genutzt werden. Buslinien wie die 680, die von Stockden bis nach Hasten fährt, transportieren vergleichsweise wenige Nutzer. Das Gleiche gilt auch für die Nutzer der Linie 666, die hauptsächlich innerhalb von Lüttringhausen fährt. Alle 18 Buslinien nahmen die Befrager ins Visier.

Die Hälfte der Fahrgäste fährt drei Kilometer. 25 Prozent um die sechs Kilometer. Etwa 50 Prozent der Fahrgäste, die von Montag bis Freitag im Bus sitzen, fahren zur Arbeit. 25 Prozent fahren zum Einkaufen, etwa 21 Prozent geben als Fahrzweck Freizeit an. Das ist am Wochenende anders. Der Umfrage zufolge teilt sich die Gruppe der Fahrgäste am Samstag. Die eine Hälfte fährt zur Arbeit, die andere ist an diesem Tag just for fun unterwegs. Die arbeitende Bevölkerung ist am Sonntag so gut wie gar nicht vertreten. Auch nicht morgens in aller Frühe. 90 Prozent der Fährgäste sind Freizeitnutzer. Wie Armin Freund, Leiter des Bereichs Verkehrsmanagement, berichtet, soll es an der Streckenführung keine Änderungen geben. „Wir liegen mit unseren Angeboten eigentlich ganz richtig“, sagt Freund. Auch die Taktzeiten – alle 20 Minuten am Tag, alle 30 Minuten am Abend und ab
21.30 Uhr fährt der Nachtexpress – sollen sich nicht ändern.

Die Stadtwerke wollen aber daran arbeiten, das Busfahren attraktiver zu machen. Das heißt konkret: Der Bus soll schnell und zuverlässig sein. Zu überlegen sei daher, Strecken auszuweisen, auf denen der Bus auf der Überholspur fährt, während der Autofahrer im Feierabendstau steht. „Das würde sich bei den Fahrgästen und bei den Autofahrern einprägen“, sagt Freund. Freie Fahrt für den Bus sei das Ziel. Erste Abstimmungsgespräche mit den Technischen Betrieben gebe es bereits.

Das Umfrageinstitut hat nur Remscheider gefragt, die den Bus nutzen. Warum die Mehrheit der Bevölkerung den Bus nicht nutzt, darüber gibt es keine Aufschlüsse. Mit welchem Antrieb die Busse in Zukunft fahren werden, steht nicht fest. „Wir beobachten den Markt“, sagt Freund. Im Dezember des vorigen Jahren kamen fünf neue Hybrid-Busse in den Fuhrpark an der Neuenkamper Straße. Sie fahren mit Dieselkraftstoff und Batterie.

Ob der E-Bus oder der mit Wasserstoff betriebene Bus das Rennen machen wird, wagt niemand zu prognostizieren. Was im Münsterland beim ÖPNV funktioniere, müsse nicht unbedingt im Bergischen Land klappen. Die Flotte der Stadtwerke hat 89 Bussen. Bei dieser wegweisenden Investition in den Nahverkehr darf man nicht aufs falsche Pferd setzen.

Mehr von RP ONLINE