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Remscheid: Bücherei testet neue Öffnungszeiten

Bildung in Remscheid : Bücherei testet neue Öffnungszeiten

Ein neues Gesetz erlaubt es Bibliotheken, auch an Sonntagen zu öffnen. Remscheid will sich an die „Tage der offenen Tür“ der Volkshochschule und der Musik- und Kunstschule dranhängen, um erste Erfahrungen zu sammeln.

Einen Sonntagnachmittag in der Bibliothek zu verbringen, mit Kindern spielen, in Ruhe Informationen organisieren und in Bestsellern schmökern – im nächsten Jahr soll dies in Remscheid ausprobiert werden. Nicole Grüdl-Jakobs, Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums, begrüßt die Entscheidung der Landesregierung, das Gesetz zu den Öffnungszeiten zu ändern. „Das ist ein richtig guter Beschluss“, sagt Grüdl-Jakobs.

Im nächsten Jahr soll die Bibliothek am Sonntag geöffnet haben, wenn zeitgleich die VHS und die Musik- und Kunstschule ihren „Tag er offenen Tür“ feiern. Dadurch sei für eine gewisse Besucherfrequenz gesorgt, da in der Innenstadt am Sonntag nicht gerade viel los sei. Grüdl-Jakobs überlegt, auch während zweier verkaufsoffener Sonntage die Türen zu öffnen, um ausreichend Erfahrungen zu sammeln, ob solch ein Angebot in Remscheid ankommt.

An den Sonntagen soll qualifiziertes Personal die Besucher empfangen. Nur mit gutem Service könne die Bücherei überzeugen. Das sei mit Mehrkosten verbunden. Zudem müssten die neuen Arbeitszeiten noch mit dem Personalrat besprochen werden. Nicht bei jedem Mitarbeiter sei Arbeit am Sonntag beliebt.

Veränderungen soll es auch bei den normalen Öffnungszeiten geben. Der Freitagabend, an dem bis 19 Uhr geöffnet ist, hat sich als ein Tag herausgestellt, an dem abends kaum jemand in die Bücherei kommt. Hingegen gibt es immer wieder Anfragen, ob die Bücherei nicht am Samstag bereits um zehn Uhr öffnen könne und nicht erst wie bisher um 11 Uhr. Grüdl-Jakobs will diese Änderung bald in die Wege leiten.

Guter Service bei der Stadtbibliothek ist Grundlage, um neue Kunden zu gewinnen. Die Zahlen aus dem Jahr 2018 zeigen, dass es überall einen leichten Rückgang gibt. Die aktiven Nutzer werden mit 6318 beziffert (minus 5,8 Prozent). Die Zahl der Neuanmeldungen lag bei 1264, auch leicht rückläufig. Und die Anzahl der entliehenen Medien ist von 318.535 im Jahr 2017 auf 291.953 im Jahr 2018 gesunken. Die Anzahl der Ausleihen ist bald nicht mehr der einzige Hinweis darauf, ob die Bibliothek gut genutzt wird. Künftig sollen auch die Besucher erfasst werden, die nur kommen, um im Zeitschriftensaal zu lesen oder im Lernzentrum verabredet sind. Das soll über Besucherzähler ermittelt werden.

Die Bibliothek geht neue Wege, um die Kommunikation mit den Bürgern zu stärken. Dazu zählen unter anderem neue Formate wie das Kinderkino. Die zweite Veranstaltung mit maximal 20 Plätzen war schnell ausverkauft. Die Kinder auf der Warteliste mussten vertröstet werden. Für die Halloween-Party gibt es keine Karten mehr. Auf diesem Weg gewann die Stadtbücherei acht neue Mitglieder. „Wir stellen immer wieder fest, dass die Eltern unsere Angebote nicht kennen“, sagt Grüdl-Jakobs.

In den nächsten Wochen und Monaten wandelt sich die Zentralbibliothek weiter zu einem Ort der Begegnung. Ein neues Leitsystem soll für bessere Orientierung sorgen. Das Außengelände wird nicht nur von Unrat gereinigt, sondern erhält auch einen neuen Schnitt. „Das Gebäude ist so zugewachsen, dass es von manchen Stellen aus gar nicht mehr zu sehen ist“, sagt Grüdl-Jakobs.