Remscheid: Remscheid brummt - auch in der Kita

Remscheid: Remscheid brummt - auch in der Kita

Kooperationsprojekt von Stadt, Naturschule und Bildungsstätten zum Insektenschutz nahm gestern Fahrt auf.

Die Stadt soll insektenfreundlicher werden. Das ist das erklärte Ziel von "Remscheid brummt", ein Kooperationsprojekt zwischen Stadt, Naturschule und Bildungsstätten, das gestern in der Kita Lüttringhauser Straße startete. Mit bunten Wildblumenwiesen und selbstgebauten Insektenhotels wollen die Kinder für die kleinen Lebewesen sorgen.

Neugierig schauen sich die Vorschulkinder der Kita auf ihrer Spielwiese um: Grün ist es, Gras wächst, doch wirklich viele Blumen gibt es hier nicht. "Doch", sagt die sechsjährige Aysa dann plötzlich und zeigt mit dem Finger auf eine Gruppe kleiner Gänseblümchen.

Doch das allein, erklärt Jörg Liesendahl von der Naturschule Grund, mache die Insekten nicht wirklich satt. "Die mögen es eher an den Blumen zu naschen, die im hohen Gras wachsen." So eine Wiese soll bald im vorderen Bereich der Einrichtung zu sehen sein. Die Mitarbeiter der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) haben dort schon vorgearbeitet und das Areal mit Samen verschiedener Blumen gesät. In wenigen Wochen sollte es sprießen, erklärt Reiner Malcher (TBR) den Kindern vor dem noch eingezäunten Bereich. Warum es eingezäunt ist, wollen die Kinder dann wissen. Malcher: "Damit keiner drauftritt und die kleinen Sprossen kaputt macht."

Warum Insekten für das Ökosystem so wichtig sind, was sie essen und warum die Menschen die kleinen Lebewesen schützen sollten, werden die Kinder von bislang 13 verschiedenen Einrichtungen, die sich am Projekt beteiligen, in den kommenden Wochen spielerisch lernen. Davon erhofft sich Sozialdezernent Thomas Neuhaus ganz viel: "Ich bin erst mal erstaunt zu sehen, wer alles mitmacht. Das ist ein typisches Remscheider Projekt. Eine runde Sache." Der Rat der Stadt habe mit seinem Beschluss zum Insektenschutz ein wichtiges Signal gesetzt, um auf ein ernstes Problem hinzuweisen, findet Neuhaus. Alleine hätte die Stadt so ein umfangreiches Vorhaben zum Insektenschutz nicht umsetzten können. Daher freut sich Neuhaus über die Zusammenarbeit vieler Akteure, wie TBR und Naturschule Grund, aber natürlich auch die Bildungseinrichtungen, von denen sich weitere gerne anschließen können. Neuhaus: "Mit dem Projekt an Kitas, Grund- und weiterführenden Schulen sollen Kinder für den Insekten- und Bienenschutz sensibilisiert werden." Zeitgleich sollen aber auch neue Lebensräume für Biene, Ameise und Co. entstehen.

Die sechsjährige Aysa und ihre Kita-Freunde Mathilda, Samuel und Nina freuen sich schon sehr darauf demnächst Bienen und Hummeln in ihrem großen Kita-Garten willkommen zu heißen. Angst haben sie vor den Insekten nicht. "Wenn man sie nicht ärgert, stechen sie ja auch nicht", erklärt Aysa. Und damit sich die Tierchen bei ihnen richtig wohlfühlen und sich nach einer Mahlzeit am Buffet der Wildblumenwiese auch ausruhen können, werden sie bald auch ein Insektenhotel bauen.

(sebu)