Remscheid: Breitband bis in die Wohnung

Arbeiten in Remscheid : Breitband bis in die Wohnung

Remscheid wartet noch auf den Förderbescheid aus Berlin. Er wird dringend erwartet, um mit dem Ausbau des flächendeckenden Netzes zu beginnen. Drei Jahre Bauzeit sind geplant.

Die Stadt wartet täglich auf den Förderbescheid aus Berlin für den Ausbau des Breitbandes. Kein Bürger Remscheids soll ohne schnelles Internet bleiben. Auch keine Schule und kein Unternehmen. Bisher herrscht nämlich eine Zweiklassengesellschaft in der Stadt, was das schnelle Internet betrifft. Beispiel Westhausen. Große Teile der Straßen in der Bodelschwingh-Siedlung verfügen über eine lahme Datenleitung. Das bedeutet, die Geschwindigkeit liegt nicht höher als 30.000 Bit pro Sekunde. Auf der anderen Seite der Westhauser Straße hingegen besteht bereits eine schnelle Grundversorgung. Dort hat die Telekom vor einiger Zeit Kabel gelegt, die schnelles Internet bis zu 50.000 Bit pro Sekunde und mehr ermöglicht.

Christian Marré, Beauftragter der Stadt für die Koordination des Ausbaus des Breitbandes, verfügt über eine Karte, die zeigt, wo überall in der Stadt Leitungen verlegt werden, wenn denn die Zusage kommt. „Die Anschlüsse werden bis in die Wohnungen gelegt“, sagt Marré. Doch es stehe jedem Hauseigentümer frei, das Angebot anzunehmen.

Keiner muss seinen Vorgarten umgraben lassen, um schnelles Internet zu bekommen. Kosten entstehen für die Bürger keine. Wer ablehnt, der bekommt nur eine Leitung bis an die Grundstücksgrenze. Sollte sich die Entscheidung später ändern, muss der Grundstücksbesitzer auf eigene Kosten Glasfaser verlegen.

Das neu entstehende Netz ist nicht nur für die Bürger wichtig, um besser streamen zu können, sondern entscheidend für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Remscheid. Darauf haben Wirtschaftsvertreter in der Vergangenheit immer wieder hingewiesen. Ohne schnelles Netz, in dem ein großes Datenvolumen störungsfrei übertragen werden kann, seien nicht nur die Unternehmen aufgeschmissen. Auch Bürger, die mit ihrer Firma über ein Homeoffice verbunden sind, brauchen starke Leitungen. Zum Beispiel leidet die Akademie der kulturellen Bildung auf Küppelstein darunter, dass die Kapazitäten nicht reichen, um im Fachbereich Medien vernünftig zu arbeiten. Eine groteske Situation.

Die Firma, die nach einem Bieterverfahren den Zuschlag bekommen hat, ist gefunden. Über den Namen schweigt sich Marré aus. Er darf erst genannt werden, wenn die Zusage aus Berlin in trockenen Tüchern ist. Es gibt immer wieder Korrekturen und Nachbesserungen, um auch die letzten Hürden für die Bewilligung zu nehmen. Nicht nur die Bürger, auch die 48 Schulstandorte bekommen einen Breitbandanschluss. Insgesamt werden 5811 Haushalte, 694 Gewerbebetriebe und zwölf Institutionen angeschlossen. Die Tiefbauer müssen 219 Kilometer ausgraben, 379 Kilometer Leerrohre verlegen und 1008 Kilometer Glasfaser ins Erdreich bringen.

Müssen Router ausgetauscht werden, oder reicht der alte noch? Mit welchem Betreiber soll der Bürger einen Vertrag abschließen? Solche Fragen stehen demnächst an. „Jeder kann frei wählen“, sagt Marré. Keiner werde gezwungen, mit dem Telekommunikationsunternehmen einen Vertrag abzuschließen, das die Leitung legt. Das neue Netz ist für alle Anbieter offen.