Remscheid: Boardinghaus soll verkauft werden

Immobilie in Remscheid : Boardinghaus soll verkauft werden

Firmengruppe Küpper gibt das ehemalige Gebäude des Amtsgerichts in Lennep auf.

Das Haus war regelmäßig ausgebucht, an Mietern habe es nicht gemangelt, sagt Juliane Horn, Prokuristin der Wuppertaler Firmengruppe Küpper. Dennoch trennt sich das Unternehmen jetzt von seinem Boardinghaus in Lennep. Das ehemalige Amtsgericht an der Bahnhofstraße steht erneut vor dem Verkauf.

Erst vor fünf Jahren war es umgebaut worden. Die Küpper Bros. Produkt- und Projektentwicklung GmbH & Co. KG hatte das leerstehende Gerichtsgebäude vom Land NRW erworben, saniert und zu einer exklusiven Herberge umgestaltet. In dem denkmalgeschützten Backsteinbau, der den Beinamen „Roter Löwe“ erhielt, sollten ab 2015 Geschäftsreisende, Ingenieure oder Führungskräfte logieren, die bei Remscheider Unternehmen zu tun haben. Zehn Wohnungen stehen ihnen zur Verfügung.

Küpper baute um. Als Betreiber fungierte danach ein Hotelier in Wuppertal. Und der, sagt Julia Horn mit Vorsicht, habe sich dabei „leider übernommen“. Deshalb habe Küpper vorübergehend selbst den Betrieb übernommen, Buchungen entgegen- und Wohnungen abgenommen. Für die Hin- und Rückfahrt brauchte es jeweils 40 Minuten. „Wir sind nur ein kleiner Familienbetrieb aus Wuppertal“, sagt Juliane Horn: „Und unser Können liegt im Revitalisieren, Sanieren und Erneuern von Gebäuden. Ein solches Haus betreiben, das können andere besser.“ Küpper sucht deshalb jetzt Käufer – für das Boardinghaus in Gänze oder einzelne Wohnungen.

Keine Verkaufs-, sondern Kaufgespräche führt die Firmengruppe Küpper unterdessen mit der Stadt Remscheid. Wie berichtet, erhielt das Wuppertaler Unternehmen Ende vergangenen Jahres vom Stadtrat den Zuschlag für die ebenfalls denkmalgeschützte Böker-Villa. In dem Gebäude, das sich im Eigentum der Stadt befindet und in dem sich zuletzt die Musik- und Kunstschule befand, will Küpper Büroflächen für Existenzgründer bereitstellen. Am 4. Juli will Baudezernent Peter Heinze dem Rat den Vertrag über den Verkauf der Villa vorlegen. Die Gründe, die Küpper für den Verkauf seines Boardinghauses anführt, nennt der plausibel: „Ich habe keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Unternehmens.“

Für die Böker-Villa hatte sich auch die Gründerschmiede um Christoph Imber interessiert. Weil er deutlich weniger Geld bieten konnte, hatte er das Nachsehen. Mit Küpper befindet sich Imber heute in Kontakt, schließlich verfolgen beide ein ähnliches Konzept. Nachdem er die Böker-Villa abschreiben musste, begab Imber sich auf die Suche nach einer anderen Immobilie. Mit Erfolg, wie uns zugetragen wurde. Imber kommentierte das gestern nicht. „Da ist noch alles in der Schwebe.“

Mehr von RP ONLINE