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Remscheid: "Blauer Mond" soll bald wieder im Südbezirk leuchten

Wahrzeichen in Remscheid : „Blauer Mond“ soll bald wieder im Südbezirk leuchten

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat der Stadt Remscheid in allen Punkten recht gegeben und den Grundstücksbesitzer zur Aufstellung verpflichtet.

Bezirksbürgermeister Stefan Grote fasste die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf in drei Worte: „Wir haben gewonnen.“ Auch wenn der Sieg noch nicht endgültig in trockenen Tüchern ist, die Zuversicht, dass der „Blaue Mond“ bald wieder auf dem Aldi-Gelände an der Burger Straße stehen wird, ist mindestens so groß wie der Turm hoch ist (59 Meter). Das Verwaltungsgericht hat eine Revision mit Auflagen zugelassen. „Sie muss gut begründet werden“, sagte Baudezernent Peter Heinze. Am 2. November endet die Einspruchsfrist. Dann geht ein fünf Jahre dauernder Streit um das Denkmal zu Ende.

Die Stadt hatte eine Verfügung erlassen, dass der Turm wieder aufgestellt wird. Dagegen hatte Aldi geklagt. Die Klage wurde nun abgewiesen. „Wir haben in allen Punkten recht bekommen“, stellte Baudezernent Peter Heinze mit. Das Gericht habe anerkannt, dass es sich um ein Denkmal handelt, auch wenn es als Funkmast genutzt werde, Außerdem gefährde die Beleuchtung den Status eines Denkmals nicht. Das Gericht schloss sich auch der Meinung an, das Aldi-Gelände sei ein geeigneter Standort. Die Stadtverwaltung hatte sich auf den Prozess gründlich vorbereitet und eng mit der Unteren Denkmalschutzbehörde zusammengearbeitet. Dafür lobte Grote die Stadtverwaltung.

Heinze unterstrich noch einmal die Bedeutung des „Blauen Mondes“ für die Seestadt auf dem Berge. Was das Bayer-Kreuz für Leverkusen sei, symbolisiere der „Blaue Mond“ für Remscheid – ein Stück Industriegeschichte, die sich mit dem Namen von Mannesmann verbinde.

Am 21. August 1961 leuchtete er zum ersten Mal auf dem 59 Meter hohen Turm aus nahtlosen Mannesmann-Röhren. Er erinnert an das erste Stahlrohr der Welt, hergestellt von Reinhard und Max Mannesmann. Ursprünglich stand der Turm mit dem „MW“-Zeichen auf der Hannover-Messe. Später wurde er dann vergrößert und schließlich im Park des Werksgeländes errichtet.

Zurzeit rostet er am Ende des Parkplatzes des Discounters vor sich hin. Ein Anblick, den den Mitgliedern des Interessenvereins „Blauer Mond“ als unerfreulich bezeichnen. Es geht ihnen nicht nur um den Wiederaufbau des Denkmals, sie wünschen sich auch eine Belebung des Stadtteils. „So wie das hier aussieht, kann es nicht bleiben“, sagte Bernd Schützeberg, Ex-Betriebsrat bei Mannesmann. Aldi hatte vor Jahren das Gelände gekauft, um zu erweitern. Das ehemalige Gebäude steht seit dieser Zeit leer. Er forderte die Stadt auf, dieses Areal zu entwickeln, vielleicht mit einem Kindergarten und einem Drogeriemarkt. Im Gespräch war auch schon mal der Wunsch nach einem Café als Treffpunkt. „Wir gehen Schritt für Schritt vor“, sagte Grote. Stützeberg geht das aber eindeutig zu langsam. „So kleine Schritte, wie hier gemacht werden, kann man gar nicht gehen“, sagte Schützeberg.

Baudezernent Peter Heinze sagte zu, sich mit der Entwicklung des Geländes weiter zu beschäftigen. Als Erstes solle aber der Blaue Mond wieder im Südbezirk leuchten. Danach sehe man weiter.