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Remscheid: Bilder eines großen Schauspielers

Ausstellung in Remscheid : Bilder eines großen Schauspielers

Die Galerie Wroblowski zeigt Werke von Armin Mueller-Stahl. Portraits berühmter Persönlichkeiten und Szenen aus Shakespeare-Stücken beherrschen die Ausstellung.

Armin Mueller-Stahl ist vielen Menschen als Charakterdarsteller bekannt. Mit 50 Jahren aus der DDR ausgereist, hat er es später bis nach Hollywood geschafft. Der heute 88-Jährige ist mehr als ein Schauspieler. Seine künstlerischen Talente sind vielseitig. Er musiziert, schreibt und malt. Eine Auswahl seiner Bilder zeigt nun die Galerie Wroblowski an der Alleestraße.

Von Kindheit an hat Armin Mueller-Stahl gemalt, musiziert, geschrieben und geschauspielert. Wie man schnell zeichnet und Proportionen erfasst, brachte ihm unter anderem seine Großmutter und eine Tante bei. „All diese Dinge, die man normalerweise wahrscheinlich an einer Kunstakademie lernt, lernte ich bei meinen Verwandten“, sagte Mueller-Stahl kürzlich in einem Interview. Das Malen hat ihn immer begleitet.

Gerd Wroblowski führt seit ein paar Jahren Bilder des großen Schauspielers im Bestand. Im Sommer entschloss er sich, eine große Ausstellung in seinen Räumen an der Alleestraße zu organisieren. Er fuhr zu Mueller-Stahls Galeristen nach Lübeck und kam mit einer Palette von Werken des Malers aus den vergangenen 15 Jahren zurück.

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Mueller-Stahl interessiert sich für große Künstlerpersönlichkeiten. Sowohl aus dem Reich der Musik wie aus dem Reich der Literatur. So findet sich in seinem Werk ein Portrait von Mozart neben einem Portrait von Tom Waits. Leonard Cohen erkennt man auf Anhieb wie auch den Malerkollegen Horst Janssen. Goethe und Schiller, Beuys und die Beatles. Mueller-Stahl zeichnet zunächst kleine Charakterstudien, die sich auf das Prägnante konzentrieren. Der Hut von Cohen oder die Genielocken von Mozart. Danach taucht er die Zeichnung in Farbfelder ein.

Die expressionistische Farbgebung verleiht den Werken eine spezielle Energie, die der Maler mit der Persönlichkeit oder dem Werk verbindet. Mueller-Stahl lässt Mozarts Schultern in majestätischem Rot leuchten, schiebt aber dem Komponisten die linke Hand vor den Mund. Nachdenklichkeit und Melancholie überschatten den Kopf. In den Dunkeltönen erreicht Mueller-Stahl eine abgestufte Transparenz. Seine gemalten Gesichter wirken häufig nach innen gekehrt. Nur bei den Beatles kommentiert ein strahlendes Blau die Lebensstimmung dieser Musik. Das Portrait der Liverpooler Band strahlt wie ihr Hit: „Here comes the Sun“.

Ein großer Block der Ausstellung widmet sich der Liebe zum Theater. Besonders zu den Stücken von Shakespeare. Es könnten Kommentare zu Stücken des Dramatikers sein, zu „Troilus und Cressida“ oder zu „Maß für Maß“. Die Titel der Stücke malt Mueller-Stahl seitlich in die Bilder hinein. Auch hier zündeln die in Mischtechnik aufgetragenen Farben. Manchmal kommt sich der Betrachter vor, als stehe er vor einer Ahnengalerie der Heroen des klassischen Bildungsbürgertums. Plakate eines skeptischen Selbstbewusstseins.

Armin Mueller-Stahl erhielt eine Oscar-Nominierung für eine Rolle in dem Film „Avalon“. Er spielte in Jim Jarmuschs „Night on Earth“ einen der Taxifahrer und in David Cronenbergs „Tödliche Versprechen“ einen Mafiosi. Dem deutschen Publikum ist er als Thomas Mann-Darsteller in der Verfilmung der „Buddenbrooks“ bekannt geworden. Den Buddenbrooks hat er auch eine Druckgrafik gewidmet mit dem Titel „Illustre Gesellschaft“.