Remscheid: Besucherschwund bei den Symphonikern

Remscheider Teo Otto Theater : Besucherschwund bei den Symphonikern

Der klassische Konzertabonnent stirbt aus. Zuschauerzahlen liegen bei 28.000 Gästen. Neuer Gastronom übernimmt Bewirtung.

Das letzte Konzert von Generalmusikdirektor Peter Kuhn hörten 431 Besucher im Teo Otto Theater. Das war der Spitzenwert bei den Besucherzahlen der Philharmonischen Konzerte in der vergangenen Saison. Die Auslastung lag bei 63 Prozent. Ansonsten fällt die Bilanz für das Interesse an den Bergischen Symphonikern unerfreulich aus. Die Zuschauerzahlen sinken weiter. Erstmals liegt die durchschnittliche Besucherzahl bei nur noch 50 Prozent. Das ist im Vergleich zur Saison 2017/18 ein Rückgang um sieben Prozent.

„Wir verlieren immer mehr Abonnenten und Zuhörer aus Altersgründen“, sagt Lutz Heinrichs, der Verwaltungschef des Teo Otto Theaters. Das Philharmonische Konzert gehört zu den typischen Abo-Konzerten. Karten im freien Verkauf gehen nur ganz wenige über den Tisch. Und neue Abonnenten gibt es zu wenige, um den Rückgang aufzuhalten.

Auch die Reihe „On Fire“, bei der die Bergischen Symphoniker sich in anderen Genres mit populärer Musik bewegen, zieht offensichtlich kein Publikum zu den klassischen Konzerten hinüber. Die drei „On Fire“-Konzerte füllen jeweils den ganzen Saal. 100 Prozent Auslastung. Ein Abend nur mit Musik von Mozart kam immerhin auf eine Auslastung von 73 Prozent. Ein Ende der Talfahrt in dieser Sparte scheint nicht in Sicht. Die Hoffnungen liegen nun ganz beim neuen Generalmusikdirektor Daniel Huppert, der im September mit Dvoraks „Symphonie aus der neuen Welt“ in die Saison startet.

Auch wenn noch nicht alle Zahlen vorliegen, hat das Teo Otto Theater etwa 28.000 Besucher mit seinem Programm erreicht. Das entspricht den Ergebnissen der vergangenen Jahre. Zur sicheren Bank gehören die Veranstaltungen um die Weihnachtszeit. Ob das Ballett „Schwanensee“ oder „Rockin’ around the Xmas tree“, ob „Christmas Jazz“ oder das Neujahrskonzert — für diese Programme müssen die Besucher frühzeitig Karten buchen. Für alle anderen Veranstaltungen gibt es immer Tickets an der Abendkasse.

Die Tanzsparte (53 Prozent) und das Musiktheater mit Musical und Operette (52 Prozent) liegen in der Gunst gleich auf. Das Sprechtheater mit einer Platzausnutzung von 37 Prozent bleibt das große Sorgenkind. Ein Rückgang um neun Prozentpunkte. In der Saison 2017/18 kamen die Thalbach-Geschwister mit der „Glasmenagerie“ aus Berlin nach Remscheid. Ausverkauftes Haus. Ein solcher Quotenbringer gab es in der zurückliegenden Saison nicht. Das drückt den Schnitt erheblich. Ein Spielplan ist wie eine Wundertüte. Für die Planer ist es im Vorfeld schwer zu prognostizeren, was ankommt, und was nicht. Auch hier liegen die Hoffnungen auf dem neuen künstlerischen Leiter Sven Graf, der am 1. September die Arbeit aufnehmen wird.

Das Wahlabonnement ist bei den Remscheidern am meisten gefragt. In diesem Jahr kann es auch zum ersten Mal im Internet bestellt werden. Es bietet sechs Karten für drei Aufführungen. Die Kartenbestellungen im Internet nehmen ständig zu. Der Anteil am Gesamtverkauf ist auf 14 Prozent gestiegen. Die überwiegende Mehrheit kauft aber noch an der Theaterkasse.

In den Theaterferien streichen Maler das Erdgeschoss und das obere Foyer. Der Anstrich ist inzwischen 15 Jahre alt. Außerdem gibt es neue Vorhänge im oberen Foyer. Die pastellfarbenen Stoffe sind durch die Auspuffgase der Busse vor dem Theater total verschmutzt, sagt Heinrichs. Zur neuen Spielzeit übernimmt ein neuer Caterer die Bewirtung der Besucher. In den vergangenen drei Jahren sorgte das Bistro „Lerose“ für die Getränke. Bei einer neuen Ausschreibung hat der Gastronom des Schmiedestübchens an der Bismarckstraße den Zuschlag erhalten.

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