Remscheid: Besuch auf dem Erdbeerfeld

Rundgang in Remscheid : Besuch auf dem Erdbeerfeld

Auf dem Erdbeerfeld in Bergisch Born ist viel los – besonders bei schönem Wetter. Ein Rundgang.

Von weit her kommen die Erdbeerliebhaber nach Bergisch Born, um kiloweise Erdbeeren zu pflücken. Denn jeden Tag gibt es die Möglichkeit, die kleinen roten Beeren auf dem Feld an der Borner Straße zu ernten. „Viele Ältere kommen eher morgens. Nachmittags pflücken dann meist die Familien mit Kindern“, sagt Carla Lünsmann, Mitarbeiterin des Beerenhofes Michels. Täglich steht die Rentnerin in der Hütte am Erdbeerfeld und wiegt die Schalen der Erdbeerpflücker.

Die Behälter für die Früchte können selbst mitgebracht oder für
50 Cent am Verkaufsstand erworben werden. Regulär kostet das Kilo Erdbeeren 3,50 Euro. Ab einem Gewicht von 20 Kilogramm bezahlt man für das Kilo 3,30 Euro und ab einem Gewicht von 20 Kilogramm nur noch 3 Euro.

Im Schnitt pflücken die Erdbeerliebhaber vier bis fünf Kilo. Familie Gromow liegt mit ihrer Errungenschaft von zwölf Kilogramm weit über dem Durchschnitt. Sieben Familienmitglieder machten sich mit mehreren Gefäßen auf den Weg zum Erdbeerfeld. Auch die Kinder waren eifrig mit dabei. „Wir sind sicher schon seit 20 Jahren hier und gehen immer nur unter Frauen“, erzählt eine der Frauen lachend. Dank der Verwandtschaft in Lennep kommt die Familie jedes Jahr zum Pflücken nach Bergisch Born. Jeder, ob groß oder klein, hat einen eigenen Behälter zum Befüllen dabei. „Zuhause werden die Erdbeeren direkt verarbeitet“, erklärt eines der Familienmitglieder. Hergestellt wird sowohl Marmelade als auch Erdbeersoße, die teilweise eingefroren wird.

Für das kommende Wochenende habe die Familie bereits den nächsten Ausflug zum Erdbeerfeld geplant. Kein Wetter hält die Erdbeerliebhaber vom Pflücken ab. „Gepflückt wird selbst bei strömendem Regen“, berichtet die Mitarbeiterin des Beerenhofes. Natürlich sei bei Sonnenschein immer mehr los. Unlängst musste das Feld für zwei Tage geschlossen werden, damit die Beeren Zeit hatten, nachzureifen. „So schnell kommen die Pflanzen teilweise gar nicht hinterher“, sagt Carla Lünsmann.

Gesorgt ist auch für diejenigen, die keine Zeit zum Pflücken haben oder körperlich nicht in der Lage dazu sind. Täglich stehen bereits früh morgens gepflückte Erdbeeren im Verkaufshäuschen bereit. „Es werden jeden Morgen einige Erdbeeren für die Kunden gepflückt“, erklärt Lünsmann. So könne jeder die frischen und saftigen Früchte vom Feld genießen, ohne sich zu bücken.

Zum Erdbeerfeld kämen viele Stammkunden, wie etwa Familie Gromow. „Letztes Jahr kam ganz häufig eine 91-jährige Frau. Was meinen Sie, was die gepflückt hat“, erzählt Carla Lünsmann begeistert. „Die nächsten drei bis vier Wochen kann noch gepflückt werden“, erklärt der Besitzer des Feldes, Obstbauer Gerhard Michels aus Ennepetal. Auf der gesamten Fläche stehen 95.000 Pflanzen, zuletzt kam noch eine neue Fläche mit Pflanzen dazu. Momentan sei die Sorte Daroyal zu pflücken, die sich durch ihre ansprechende und große Fruchtform auszeichnet. Folgen werden auf dem Feld in Bergisch Born die Darselect, Korona, Florence und Asia. Beendet wird die Saison mit der Sorte Malwina. „Die Korona ist mit die beste, die ist super im Geschmack aber recht weich“, erklärt der Obstbauer.

Besonders geschmeckt hat es der zweijährigen Fabiana Stryczeck, die schon die ersten Beeren auf dem Feld probierte. Stolz präsentierte sie den halb gefüllten Eimer. „Wir sind das erste Mal hier und sind direkt auf das Feld gestürmt, um gute Erdbeeren abzubekommen. Es ist echt viel los“, sagt Fabianas Mutter Denise Heitmann.

Ihr sei besonders wichtig, dass ihr Kind die Nähe zur Natur erfährt. „Es ist schön, wenn man die Beeren selbst pflücken kann, statt zum nächsten Discounter zu laufen“, findet Heitmann.

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