1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid bekommt eine Greenpeace-Gruppe

Neugründung in der Stadt : Remscheid bekommt eine Greenpeace-Gruppe

Jörg Krone und Peter Koch suchen Mitstreiter für die Remscheider Greenpeace-Gruppe. Die erste Versammlung ist am kommenden Dienstag.

Plastikmüll, der sich in den Weltmeeren türmt, Regenwälder, die für Palmöl abgeholzt werden oder Kobalt-Raub im Kongo für das Smartphone: Die Themen, die Umweltschützer auf der ganzen Welt auf der Seele brennen, sind vielfältig. „Es ist eine Welt, und wir Europäer haben die Verpflichtung, zu helfen“, betont Peter Koch (61), Biologielehrer an der Sophie-Scholl-Gesamtschule.

Schließlich gehe es den Deutschen im Vergleich zu anderen Staaten sehr gut. „So langsam geht uns aber die Kontrolle über die Natur verloren. Es ist höchste Zeit, etwas zu tun. Die Natur kann ohne uns Menschen auskommen – aber wir nicht ohne sie.“

Daher sucht der Kölner gemeinsam mit dem Remscheider Prof. Dr. Jörg Krone (60) Unterstützer: Kommende Woche Dienstag, 29. September, wollen die beiden gemeinsam mit weiteren Mitstreitern Greenpeace Remscheid gründen. Die Ortsgruppe gibt es nämlich bislang noch nicht. Wer in der internationalen Umweltorganisation mitmachen wollte, musste bisher nach Wuppertal fahren – so auch Jörg Krone.

Das hat am Dienstag ein Ende. Zehn Anmeldungen liegen bereits für die Gründungsversammlung vor, darunter von interessierten Schülern der Sophie-Scholl, die sich bereits mit Kongo-Projekten beschäftigt haben. In der „Schule der Zukunft“, wie sich die Bildungseinrichtung auf dem Hohenhagen nennen darf, kam der Stein ins Rollen: Nach einem Vortrag einer Greenpeace-Aktivistin aus Düsseldorf hatten die Jugendlichen Lust darauf, bei der Umweltorganisation mitzumachen – und ihre eigenen Ideen für eine ökologische und friedliche Zukunft einzubringen.

Denn darum geht es den beiden: Sie suchen Unterstützer ab 14 Jahren bis Ende offen, die global denken und lokal handeln – langfristig und mit Spaß an der Sache. „Denn die Umweltarbeit in Remscheid läuft noch nicht auf so einem hohen Level“, findet der Biologielehrer. Die beiden wollen bewusst keine Richtung für die Gruppe vorgeben. „Es können auch lokale Themen wie Waldsterben oder Dürre sein“, sagt Peter Koch, der sich mit seinen Schülern seit Jahren für den Umweltschutz einsetzt. Unter anderem haben sie einen Obstgarten angelegt, in dem man Äpfel, Pflaumen oder Nüsse naschen kann. „Auch die jungen Leute von ‚Fridays for Future‘ haben eine Menge Ideen. Schade, dass wir morgen keine eigene Demo in Remscheid haben“, sagt Krone, der an der Fachhochschule Südwestfalen als Professor für angewandte Mathematik lehrt.

Nachdem seine Töchter aus dem Haus waren, wollte der gebürtige Lenneper „etwas Sinnvolles mit seiner Zeit anfangen“, wie er berichtet. So kam er vor fünf Jahren zu Greenpeace Wuppertal. „Die Vielfalt der Themen finde ich interessant. Außerdem arbeiten hier alle Generationen zusammen.“ Das schätzt auch Peter Koch. „Interessierte Schüler sind ein Gewinn für die Greenpeace-Arbeit. Sie kommen selbst auf die besten Ideen.“ Und schließlich würden sie hier die Welt von morgen mitgestalten, in der sie leben.

Wer sich der Non-Profit-Organisation anschließt, kann Kampagnen ins Leben rufen. „Die Projekte sind ausgelegt auf den wunden Punkt“, sagt Koch. „Weil Greenpeace weltweit aktiv ist, können wir mehr Druck ausüben“, fügt Krone hinzu. Die Organisation ist in mehr als 40 Ländern vertreten und wird weltweit von rund 2,8 Millionen Menschen unterstützt.

Die Remscheider wollen sich künftig alle zwei Wochen treffen – erst einmal im digitalen Konferenzraum. Wegen der Corona-Pandemie und bis ein geeigneter Raum gefunden wurde. Übrigens: Es dürfen auch Nicht-Remscheider mitmachen. Es gibt keinen Mitgliedsbeitrag. „Aber einige spenden schon mal Geld. Oder ihre Zeit. Oft auch beides“, sagt Koch.