Remscheid: Ballon-Aktion auf der Suche nach Leonie

Remscheider Innenstadt : Ballon-Aktion auf der Suche nach Leonie

Die Remscheiderin wird mittlerweile seit drei Jahren vermisst. Ihre Familie hofft auf Hinweise.

Tatenlos herumsitzen möchte Melanie Petrick nicht. „Irgendwas muss ich ja machen“, sagt die Tante und Patentante der vermissten Leonie G. aus Remscheid. Deshalb hat sie für heute, 17. August, eine Aktion geplant. Um 15 Uhr sollen 500 mit Helium gefüllte Ballons vom Theodor-Heuss-Platz aus in die Welt fliegen. Daran befestigt sind Postkarten, auf denen um Hinweise im Fall Leonie gebeten wird.

Am 22. Juli 2016 verschwand die damals 15-jährige Remscheiderin. Auf der oberen Alleestraße stieg sie zu zwei unbekannten Männern in ein Auto. Seitdem gab es kein Lebenszeichen mehr von der inzwischen Volljährigen. „Mit der Zeit wird man kreativer“, sagt Petrick mit Blick auf ihre Bemühungen. Auf die Idee zur Ballon-Aktion brachte sie die Mutter der seit dem Jahr 2000 vermissten Essenerin Bianca Blömeke. Seit den Vorbereitungen auf die Fernsehsendung „Akte 2019 – Wo ist mein Kind?“, die im Juli ausgestrahlt wurde, steht Petrick mit ihr in Kontakt. „Wir geben uns gegenseitig Halt“, sagt sie.

Mehrere Sponsoren unterstützen die Pläne der Hückeswagenerin. „Die Hilfsbereitschaft ist groß“, sagt sie. So können nicht nur die 500 Luftballons und das Helium finanziert werden, sondern auch stabile Postkarten. Die werden an den Ballons befestigt. Wer eine Karte findet, bekommt Infos zum Fall und die Kontaktdaten der Polizei Wuppertal. „Wir hoffen auf neue Hinweise. Vielleicht erinnert sich jemand an den Tag des Verschwindens oder hat Leonie seitdem gesehen“, sagt Petrick. Es gehe aber auch darum, „dass der Fall in Bewegung bleibt und Leonie nicht in Vergessenheit gerät“.

Dafür rückt die Familie zusammen. Nicht nur Melanie Petrick wird am heutigen Samstag auf dem Rathausplatz sein. Auch Leonies Mutter und die Geschwister der Vermissten werden Ballons steigen lassen. Die Veranstaltung ist für bis zu 300 Personen angemeldet. Wie viele Menschen tatsächlich kommen, weiß Petrick nicht. Sie hofft auf möglichst viele Teilnehmer. Die Polizei wurde im Voraus umfassend über die Pläne informiert. Immer wieder gab es Hinweise auf Leonies Verbleib. Zuletzt meldete sich Mitte Juli eine Zeugin. Sie hatte eine Wiederholung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ gesehen. In der ursprünglich im Herbst 2018 ausgestrahlten Folge war der Fall Thema. Der Hinweis habe sich auf den Tag des Verschwindens bezogen, sagt Weiand. Seine Kollegen seien dem nachgegangen – zu Leonie führte die Aussage jedoch nicht. Ob die Aktion neue Hinweise bringt, wird sich zeigen. So oder so wird der Samstag nicht leicht für Petrick und ihre Familie. „Natürlich habe ich auch etwas Angst. An solchen Tagen kommt alles noch einmal hoch“, sagt sie. Doch davon lässt sie sich nicht abbringen: „Aufgeben ist keine Option.“

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