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Remscheid: Autokino feiert gelungene Premiere

Stadtleben in Remscheid : Autokino feiert gelungene Premiere

Aus mehr als 250 Autos verfolgten Besucher am Samstagabend die erste Kino-Vorstellung auf dem Schützenplatz. Die Organisation funktionierte gut. Das Drive-In-Angebot hat bei anderen Veranstaltern Interesse geweckt.

Aus über 250 Autos schauten sich am Samstagabend erstmals mehrere Hundert Kinobesucher auf dem Remscheider Schützenplatz einen Film im neuen, temporären Autokino an. Die Technik funktionierte, Einlass und Abfahrt verliefen geordnet und reibungslos. Die Stimmung der Anwesenden war nach Neugier und Vorfreude entspannt und gelöst.

Samstagabend, kurz vor 19 Uhr: Eigentlich sollte der Einlass eine Stunde vor Filmstart beginnen – zur Premiere stand der James Bond-Klassiker von 1997 „Der Morgen stirbt nie“ auf dem Programm. Doch die Gäste konnten es offenkundig nicht erwarten, endlich wieder „unter normale Menschen“ zu kommen, wie eine Besucherin schmunzelnd äußerte, als sie in unmittelbarer Nähe Bekannte erblickte und sie aus sicherer Entfernung begrüßte.

Um einen frühen Rückstau schon auf der Hindenburgstraße zu vermeiden, schickte Veranstalter Patrick Clalüna sein Team rechtzeitig zum Einlass los: Insgesamt zehn Mitarbeiter hatte der Eventmanager als Einweiser und Security für diesen Abend im Dienst. Am verschlossenem Fenster der Fahrerseite wurde das Kinoticket zunächst abgescannt, danach wurden den Kinobesuchern ihr Parkplatz zugewiesen.

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In kürzester Zeit hatten sich so die ersten 100 Fahrzeuge ordentlich aufgereiht vor der 160 Quadratmeter großen Leinwand auf dem Platz eingefunden. Die Zeit bis zum Filmbeginn nutzten die Gäste, um sich an einem der Getränkewagen oder am Cateringstand mit Softdrinks und Popcorn zu versorgen. Die Wartezeit in den Schlangen mit entsprechendem Sicherheitsabstand hielt sich dabei, dank der flotten Bedienung der 14 Mitarbeiter, in Grenzen.

In nur wenigen Tagen hatte es Patrick Clalüna mit dem Team seiner Eventagentur Clalüna Connection geschafft, auf dem verwaisten Schützenplatz ein beeindruckendes Autokino aus dem Boden zu stampfen. „Das war unfassbar stressig“, verriet der Eventmanager kurz vor der großen Premiere. Sechs Tage hatte er für die Planung Zeit gehabt, vier Tage für den Aufbau.

„Wir bitten um Verständnis, wenn am Anfang noch nicht alles perfekt läuft“, sagte Clalüna, der erstmalig als Kinobetreiber in Erscheinung trat. Für gewöhnlich organisiert der Wuppertaler in der Werkzeugstadt nämlich Fußball-Events, wie das Public Viewing Event auf dem Rathausplatz. Dafür hat er aber auch viele Monate Zeit. Jetzt musste es schnell gehen. Daher werden in den kommenden Tagen weitere Feinabstimmungen durchgeführt. Weitere Filme sollen ins Programm aufgenommen werden, angedacht sind auch Mottoabende, wie eine Ladys Night oder ein Männerabend.

Auch was das Catering anbelangt, ist Patrick Clalüna mit lokalen Gastronomen im Gespräch. Das Autokino habe aber auch schon bei anderen Veranstaltern Interesse geweckt: „Wir wurden schon für Gottesdienste und Trauungen angefragt. Die sind jetzt in der Pipeline.“ Auch Konzerte wären denkbar.

Denn das Bedürfnis nach Geselligkeit ist trotz nötigem Sicherheitsabstand auch in Corona-Zeiten groß und jedes Angebot eine willkommene Abwechslung, wie Besucher erzählten: „Ich kann die Maßnahmen verstehen und halte mich auch an die Regeln, aber so langsam, mit Homeoffice und Videokonferenzen kriegt man doch einen ziemlichen Lagerkoller, wenn man nicht unter Leute kommt“, sagte Besucherin Annika (29). Daher zögerte sie nicht lange, als sie vom Remscheider Autokino hörte. „Ich bin zwar überhaupt kein James Bond-Fan, aber Hauptsache ich komm mal wieder ein bisschen raus und spüre ein bisschen Normalität.“