Remscheid: Auf Kippergelände entsteht ein Gewerbepark

Wirtschaftsförderung in Remscheid: Auf Kippergelände entsteht ein Gewerbepark

Drei Firmen investieren auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei. Ende des Jahres soll der erste Betrieb umziehen. Nach langer Zeit wird eine Industriebrache in der Innenstadt erfolgreich entwickelt.

Dass Stefan Grote gestern den Spatenstich für den Neubau seiner Firma für Elektrotechnik vollziehen konnte, hatte er vor einem Jahr selber noch nicht geglaubt. Mit diesem symbolischen Akt nimmt auch die zähe Geschichte einer seit Jahren ungenutzten Brache inmitten der Stadt ein erfreuliches Ende. Auf dem Gelände der früheren Kipperbrauerei entsteht ein Gewerbepark mit drei Unternehmen: Neben Elektro-Technik Grote bauen dort die Goll & Schracke Massing GmbH sowie das Tiefbauunternehmen Romanelli. Grote will Ende des Jahres von der Greulingstraße an die Kipperstraße umziehen. Die Investitionskosten liegen eigenen Angaben zufolge bei zwei Millionen Euro.

Im Auftrage der Eigentümer versuchte der Architekt Michael Geh seit Jahren Interessenten zu gewinnen. Doch das Grundstück wies durch seine steile Lage und komplizierte Erschließung Probleme auf. Manche Interessenten wollten nur eine kleine Fläche kaufen. Für andere wie das Alexanderwerk war es nach genauerer Prüfung am Ende doch wieder zu klein. Mit dem Konzept des Gewerbeparks für drei Unternehmen mit Fläche für Erweiterungen sei nun eine gute Lösung gefunden. Die Bauanträge sollen in Kürze eingereicht werden, hieß es gestern von den Bauherren.

Ohne den Mut des Unternehmers Stefan Grote wäre das Gelände der Kipperbrauerei wahrscheinlich heute noch eine schmutzige Brache. Als Grote 1998 bei der Firma Supfina seine Arbeit aufnahm, dachte er, dort bis zur Rente bleiben zu können. Ende 2008 legte die Firma Supfina aber ihr Werk in Remscheid still. Grote als stellvertretender Betriebsrat kämpfte für weitgehend sozialverträgliche Vereinbarungen. Eine Auffanggesellschaft wurde gegründet und Abfindungen gezahlt. „Ich habe mein Geld genommen und damit Restbestände der Maschinen aufgekauft“, erzählt Grote. Am 1. Oktober 2010 machte sich der ehemalige Lagerverwalter mit Elektro-Technik Grote selbstständig. Innerhalb von neuen Jahren ist sein Geschäft so gewachsen, dass er mehr Platz braucht für die Logistik und die Maschinenteile. Er zieht mit 21 Mitarbeitern und einem Hund um. Das einzige, was Stefan Grote schmerzt, ist, dass seine Firma nicht im Süd-Bezirk der Stadt liegt. Denn dort ist Grote SPD-Bezirksbürgermeister.

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Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zeigte sich gestern erfreut darüber, dass auf diesem historischen Gelände gebaut wird. „Es braucht mutige Menschen in dieser Stadt, damit sich etwas entwickelt“, sagte der OB. Wenn einer anfängt, zögen andere nach. Die Entwicklung des Kippergeländes sei auch ein Erfolg für die Arbeit der Wirtschaftsförderung, die bemüht sei, Industriebrachen mit geschäftigem Leben zu füllen. An Industriebrachen hat die Stadt keinen Mangel.

Dass es sich beim Kippergelände um eine städtebaulich interessante Fläche handelt, wussten schon die Macher der „Regionale 2006“. In den ersten Überlegungen war der Bereich als Standort für ein Kompetenzzentrum der Wirtschaft im Gespräch. Zwischenzeitlich sollte dort eine Diskothek für Jugendliche entstehen. 1993 wurde das letzte Bier gebraut. Nur noch ein paar Mauerreste erinnern an das Backsteingebäude.

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