Remscheid: Applaus für die CDU in Bergisch Born

Gewerbegebiete : Applaus für die CDU in Bergisch Born

Die Interessengemeinschaft Bergisch Borner Bürger hatte am Samstag zum Neujahrsempfang eingeladen. Bestimmendes Thema an diesem Abend war das geplante Gewerbegebiet im Gleisdreieck.

Kurz bevor es losgeht, müssen Stühle nachgestellt werden. Die Resonanz ist groß. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist gekommen und Bezirksbürgermeister Markus Kötter. Die Fraktionen haben Vertreter ins Gemeindehaus nach Bergisch Born geschickt. Schließlich wissen sie, dass die Stimmung dort brodelt. Die Menschen machen sich Sorgen, weil die Städte Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen in ihrem Örtchen ein gemeinsames Gewerbegebiet planen. Zum Neujahrsempfang der Interessengemeinschaft Bergisch Borner Bürger (IGBB) sind deswegen am Samstag auch viele Anwohner gekommen.

„Das Gewerbegebiet ist ein Thema, das viele von uns umtreibt“, sagt dann Melanie Monßen vom IGBB-Vorstand, „wir haben das Bedürfnis in den Dialog zu treten, ohne dass dieses Thema hier heute Abend ausufert.“ Und deswegen bittet Claudia Reichert-Gehrlein die politischen Gäste nur für ein halbstündiges Gesprächs aufs Podium. Ein Argument: Ein Gewerbegebiet Blume an der A1 sei verkehrstechnisch deutlich besser angebunden, habe bisher auch auf der Prioritätenliste deutlich weiter vorne gestanden. In Bergisch Born seien zu viele Fragen um Entwässerung, Eigentumsverhältnisse und Verkehrslage noch nicht geklärt, sagt Claudia Reichert-Gehrlein – bevor sie den Politiker das Wort überlässt. „Ich arbeite auf der Basis von Ratsbeschlüssen“, sagt der Oberbürgermeister. Und deswegen kümmere er sich um das Gleisdreieck. Allerdings würden nun erst mal die entsprechenden Gutachten für Umwelt, Artenschutz und Verkehr eingeholt, danach eine Entscheidung getroffen. Währenddessen beteuert Torben Clever von der FDP, er sei schon wegen der eigenen Wohnsituation nicht glücklich mit den Plänen. Aber: „Das ist das einzige Gewerbegebiet, das zeitnah umgesetzt werden kann“. Jürgen Kucharczyk (SPD) erinnert daran, dass es für ein Gewerbegebiet Blume keine gesetzliche Grundlage gebe und betont: „Viele Unternehmen sind bereits in die Nachbarstädte abgewandert, weil sie bei uns nicht erweitern konnten. Wir müssen überlegen, wo wir Optionen haben, um Arbeitsplätze zu sichern.“

Indes betont Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) seine klare Ablehnung des geplanten Gewerbegebiets: „Wir werden diesen Plänen nicht zustimmen, denn es gibt ideale Flächen an der A1.“ Während auch Fritz Beinersdorf (Linke) das Gleisdreieck – schon aus verkehrstechnischen Gründen – nicht für entwickelbar hält, betont Kai Kaltwasser (CDU) schließlich: „Wir haben schon jetzt auf der Straße eine katastrophale Situation.“ Er brauche kein Gutachten, um zu wissen, dass diese Situation durch ein weiteres Gewerbegebiet verschärft werde. „Kein Gleisdreieck ohne Ausbau der B 51 n“, betont er und bekommt lauten und langen Applaus aus dem Publikum. Am Ende steht der entschiedene Appell der Bergisch Borner: „Wir sehen uns nicht als alleiniger Lieferant für Gewerbegebiete. Und wir machen uns Sorgen um den Verkehrsinfarkt.“

Zuvor hatte Melanie Monßen auf ein erfolgreiches Jahr zurückgeblickt. „Wenn man in Bergisch Born nach Hilfe fragt, bekommt man sie auch.“ So waren etwa die Aufräumaktion „Picobello“ und die Weihnachtsbäume-Aktion der IGBB gerettet worden, nachdem sich engagierte Hände zum Mitmachen gefunden hatten. „Aus dieser Erfahrung heraus wollen wir nun auch unser 50-jähriges Bestehen mit einem großen Fest feiern“, erklärte Melanie Monßen. Am 15. und 16. Juni richtet die IGBB gemeinsam mit Akteuren, Vereinen und Initiativen in Bergisch Born ein buntes Fest aus.

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