Remscheid: An neuer Sporthalle für die EMA führt kein Weg vorbei

Ansichtssache in Remscheid : An neuer Sporthalle für die EMA führt kein Weg vorbei

Noch bevor der Ebert-Platz umgebaut ist, sollte die neue Dreifachsporthalle stehen. Das wäre eine sportliche Leistung der Politik.

Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium braucht für den Sportunterricht eine Dreifachsporthalle. Was der frühere Schulleiter Hans Heinz Schumacher zwölf Jahre lang gefordert hat, bestätigte nun der Gutachter. Damit ist die Diskussion versachlicht. Die unabweisbaren Argumente für den Standort liegen auf dem Tisch. Aber es ist noch lange keine Sporthalle gebaut. Dieses Projekt darf nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Bis zur Errichtung der Dreifachsporthalle am Röntgen-Gymnasium ist fast 20 Jahre in Remscheid keine Sporthalle mehr gebaut worden. Stattdessen wurde der Bestand notdürftig saniert. Remscheid als Kommune im Nothaushalt konnte kein Geld investieren. Die Folgen sind überall spürbar. Die Sporthallen stehen gemeinsam mit den Schulgebäuden inzwischen für eine verfehlte Politik, die über Jahre die strukturschwachen Kommunen hat ausbluten lassen. Die Sporthalle der Albert-Einstein-Gesamtschule ist dafür ein Paradebeispiel. Zerfall bis zur Unnutzbarkeit.

Wer Sporthallen verkommen lässt, wertet auch den Sport und den Sportunterricht ab. Die Bedeutung des Sports für die Entwicklung junger Menschen hatte lange Zeit in der bundesrepublikanischen Bildungslandschaft wenig Fürsprecher. Sport sei nicht so wichtig, Sportnoten fallen nicht ins Gewicht. Mathematik, Deutsch und Englisch, das sind die Hauptfächer, Sport blieb Nebenfach. Inzwischen haben sich die Einstellungen verändert. Sport eröffnet einen großen Erfahrungskreis. Neben der Freude an Bewegung, am Training und am Wettkampf ist er eine gute Schule fürs Leben. Sportler lernen den Teamgeist schätzen, kennen ihre mentalen Stärken und Schwächen. Im Spiel lernt er das, was er im Beruf später gut gebrauchen kann. Und das auf faire Weise.

Es besteht also Grund genug, den Schülern gute Bedingungen für den Sportunterricht zu geben. Die Geschichte der Sporthalle an der Albert-Einstein-Schule darf sich nicht wiederholen. Das Gelände neben der EMA ist der beste Standort. Der Neubau kostet mehrere Millionen. Die Parteien sollten vor dem Kommunalwahlkampf den Beschluss fassen. Noch bevor der Ebert-Platz umgebaut ist, sollte die Dreifachhalle stehen. Das wäre eine sportliche Leistung der Politik.