1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: An der Kräwi für ein paar Stunden Corona vergessen

Sommer in Remscheid : An der Kräwi für ein paar Stunden Corona vergessen

Der Andrang an der Wassersport- und Freizeitanlage an der Kräwinklerbrücke führte zu erheblichen Problemen bei der Parkplatzsuche. Die Zahl der Badegäste ist wegen Corona auf 1200 beschränkt.

Pünktlich zum Start der Sommerferien eröffnete am Freitag die Wassersport- und Freizeitanlage der Kräwinklerbrücke. Doch schon bei der Generalprobe zwei Tage zuvor hatte sich der Park an der Wuppertalsperre mit Hunderten von Sonnenanbetern gefüllt. Das neu eingestellte Sicherheitspersonal – zur Einhaltung der Corona-Schutzverordnung – hatte einiges zu tun.

Es ist Freitagnachmittag, kurz nach 15 Uhr. Die Sonne strahlt mit voller Kraft vom Himmel herab, die Temperaturanzeige im Auto zeigt schweißtreibende 30 Grad an. Für viele Remscheider hat soeben die Ferienzeit begonnen. Optimaler Zeitpunkt also für eine wohltuende Abkühlung in der frisch eröffneten Kräwi. Doch bis es so weit ist, müssen sich die willigen Badegäste in Geduld üben, denn die Parkplatzsuche um die Kräwi wird zur ersten Herausforderung. Das Ordnungsamt ist bereits auf Streife, denn besonders ungeduldige Freizeitparkbesucher haben Rettungswege zugeparkt.

Am Einlass zum Park geht es glücklicherweise zügiger voran: Das Sicherheitspersonal, das von der Stadt mit einem Zuschuss von 23.000 Euro ermöglicht wurde, lässt die Badegäste einzeln an einen Stehtisch vortreten. „Bitte ausfüllen und die Nummer merken.“ Der vierstellige Code wird später beim Ausgang wichtig, denn mit ihm notiert das Personal die Zeitspanne des Besuchs. Mit den eingesammelten Kontaktdaten der Badegäste erfüllt das es die vorgeschriebene Dokumentationspflicht. Das ist allerdings auch der einzige Moment, in dem die Besucher mit Corona konfrontiert werde.

Im Park selber herrscht Urlaubsstimmung: Sonnenbrille und Sonnencreme statt Mund- und Nasenschutz. Hunderte Menschen, Familien mit Kindern, Jugendliche und junge Erwachsene liegen tiefenentspannt auf ihrem Handtuch auf den Wiesen. Im Wasser planschen Kinder freudig im kühlen Nass, Jugendliche lassen sich auf exotischen Wassertieren und bunten Luftmatratzen chillig auf dem Wasser treiben. In der Ferne fahren einige in Tretbooten über die Wupper. Das Personal achtet zwar darauf, dass der Sicherheitsabstand unter den Badegästen nicht unterschritten wird, Gruppen bis zu zehn Personen und Menschen aus demselben Hausstand dürfen aber zusammenliegen. Der Anblick an diesem Nachmittag unterscheidet sich kaum von jenem an einem heißen Sommertag der vergangenen Saison.

„Wir haben Glück gehabt und sofort einen Parkplatz gefunden“, erzählt Besucherin Alina (18). Weil das Freibad in Remscheid noch nicht eröffnet hat und man sich in Wuppertal frühzeitig ein Online-Ticket besorgen musste, hatte sich die 18-Jährige mit ihren Freundinnen Annika (18) und Nele (19) spontan dazu entschlossen, zur Kräwi zu fahren. „Es ist total schön hier, ein bisschen wie Urlaub“, sagt Nele. An Corona denken die drei nicht, Bedenken, sich hier mit dem Virus anstecken zu können, haben sie auch nicht: „Das ist ganz angenehm, mal ein bisschen vom Thema abschalten zu können und nicht mit dem Mundschutz hier liegen zu müssen. Es ist ja auch genug Platz.“

An besonders warmen Tagen füllte sich der gut 12.000 Quadratmeter große Park in der Vergangenheit gern mit bis zu 5000 Besuchern, berichtet Ralf Barsties, Geschäftsführer der Arbeit Remscheid, Betreiber der Parkanlage. „In diesem Jahr können maximal 1.200 Menschen gleichzeitig auf der Anlage sein. “