Remscheid: Alleestraße wird Automeile

Motorshow in Remscheid : Alleestraße lockt als Automeile

An zwei Tagen präsentierten Autohändler aus Remscheid und der näheren Umgebung die neuesten Fahrzeuge. Vor allem große Modelle stießen bei der Motorshow auf Interesse – und weniger die mit Hybrid- oder Elektroantrieb.

Die Sonne brennt auf der Haut. Der Lack glitzert regelrecht und lockt die Besucher zum neugierigen Blick ins Innere. Immer wieder ist zu hören, wie eine Tür oder eine Kofferraumklappe geschlossen wird. Probesitzen, Komfort testen, Kofferraumgröße beurteilen und das Cockpit genau in Augenschein nehmen – und das alles ganz unge-zwungen. Das ist möglich auf der Motorshow auf der Alleestraße.

Zum 17. Mal präsentierten sich Autohäuser aus Remscheid und der Umgebung einem breiten Publikum. „Das Wetter spielt wie immer mit, und die Besucher sind interessiert“, sagte Thomas Lange von Autohaus Bergland. Die Motorshow sei vor allem eine Gelegenheit, die Modelle zu zeigen, die nicht so alltäglich seien – etwa den Ranger, den Transit oder den Camper Nugget. Den positiven Werbeeffekt der Motorshow zeige sich daran, dass in den Folgetagen vermehrt die Kunden auch zur Geschäftsstelle kommen.

Jenny Möller schaute sich mit ihrer Familie einen Skoda Kodiac an. „Den würde ich schon haben wollen“, sagte die junge Mutter mit einem Schmunzeln, während ihr Mann noch das Innere inspizierte. Der rückwärtsgewandte Kindersitz würde reinpassen, und generell biete das Auto viel Platz. Momentan fährt die Familie noch einen Corsa D. Mit dem Wunsch nach einem großen Fahrzeug steht die Familie nicht alleine da. Der Trend zum großen Vehikel sowie SUV-Modellen zeigte sich deutlich entlang der Alleestraße. Kleinwagen gab es kaum.

Wolfgang Grünewald und seine Frau Rosemarie kommen regelmäßig zu dem PS-Event. „Hier sieht man alle Wagen auf einmal“, benannte Wolfgang Grünewald den Vorteil. Man müsse nicht in jedes einzelne Autohaus, um sich einen Überblick zu verschafften. In diesem Jahr schaute sich das Ehepaar nach einem neuen Auto um. Der alte Diesel soll ersetzt werden. Der Toyota Yaris Hybrid konnte Rosemarie Grünewald allerdings nicht ganz mit Einstiegshöhe und Ausstattung überzeugen. „Wir hatten schon mal einen Hybrid. Das ist schon lange her. Aber es soll auf keinen Fall wieder ein Diesel werden“, betonte sie.

Hugo, der sprechende Roboter, machte vor allem die jüngeren Besucher neugierig. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Trotz Abgasskandal und Diesel-fahrverbote sei das Interesse an dem Verbrennungsmotor grundsätzlich nicht abgeflaut, merkte Aurego-Geschäftsführer Jan Beeck an. Der Remscheider Händler kam mit vielen Modellen, unter anderem von Seat, Opel sowie Fiat und Abarth. „Der Diesel wird meiner Meinung nach nicht aussterben. Wenn überhaupt, wäre nur ein Hybrid eine Alternative für Langstrecken“, sagte Beeck. Die Nachfrage nach Hybrid-Wagen sei zudem groß. Allerdings konnte das Aurego-Team am Wochenende noch keine neuen Modelle präsentieren, da die Hersteller sie noch nicht auf den Markt gebracht haben.

Generell fiel das Angebot mit etwa sechs Hybriden gering aus. Bei den Elektrofahrzeugen waren es noch weniger. Mit dem ZOE von Renault bei Berghaus sowie dem Nissan Leaf bei Autohaus Hildebrandt aus Wermelskirchen wurden nur zwei Modelle präsentiert. Das Interesse daran sei aber groß, betonte Hildebrandt-Mitarbeiterin Sandra Buiatti. Es gab viele Anfragen für Probefahrten. „Das größte Thema ist immer noch die Reichweite. Was die meisten im Alltag fahren, etwa 50 bis 100 Kilometer am Tag, schaffen alle Elektroautos problemlos“, erklärte Buiatti. Mit einer Schnellladezeit von einer halben Stunde sind auch größere Strecken gut machbar.

Ein weiteres Highlight bei dem Nissan-Partner war der neue Campervan NV 300 Michelangelo. Der Freizeittrend Camping ist aktuell wieder stark gefragt.