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Remscheid: Aldi-Markt braucht mehr Platz

Projekt in Remscheid : Aldi-Markt braucht mehr Platz

Der Aldi auf dem Hohenhagen soll größer werden. In der Bezirksvertretung Süd stellte Andreas Huth vom Fachdienst Stadtentwicklung die Pläne vor. Der Schotterplatz an der Sophie-Scholl-Gesamtschule wird öffentliche Parkfläche.

Aldi will auf dem Hohenhagen seinen Markt von 800 auf 1000 Quadratmeter erweitern. Die Stadt plant deshalb die 11. Änderung des Bebauungsplans 478. Betroffen ist ein 8800 Quadratmeter großes Gebiet an der Hohenhagener Straße östlich des Otto-Lilienthal-Weges mit drei Mehrfamilienhäusern und dem Lebensmittelanbieter im Erdgeschoss des nördlichen Gebäudes. In der Bezirksvertretung Süd stellte Andreas Huth, Fachdienst Stadtentwicklung, die Pläne vor.

Die dicke Vorlage wird nun durch drei Ausschüsse wandern und am 26. März im Rat zur Entscheidung anstehen. Andreas Huth betonte, dass das Einzelhandelskonzept der Vergrößerungsabsicht des Discounters nicht entgegenstehe.

Huth lobte außerdem die unternehmerische Entscheidung: „Ich finde es wichtig, dass sich ein Betreiber zum Standort bekennt.“ Aldi will zwar nicht auf die heute üblichen 1200 Quadratmeter gehen, trotzdem könnte sich der Stadtplaner vorstellen, dass mit der Erweiterung eine Modernisierung des Marktes einhergeht. „Und die ist nicht in Quadratmetern aufzuwiegen“, sagt Andreas Huth.

Das Bauvorhaben hat auch Auswirkung auf die benachbarte Sophie-Scholl-Gesamtschule. Denn die Stadt Remscheid nutzt die Pläne, um die in ihrem Besitz befindliche Schotterfläche zwischen Aldi und Gesamtschule zu einem asphaltierten, öffentlichen Parkplatz auszubauen.

Auf holprigem Untergrund finden heute über 40 Autos Platz. Da auf der Fläche zwischenzeitlich vermehrt Laster abgestellt worden waren, hatte die Stadt die Zufahrt durch das Aufstellen von Findlingen so verengt, dass Lkw nicht mehr durchpassen. Offiziell handelt es sich an der Stelle bislang um eine Grünfläche.

BV-Vorsitzender Stefan Grote (SPD) begrüßt das Vorhaben: „Dieser Parkplatz ist im Sommer eine Staubwüste und versinkt bei Regen und im Winter im Matsch.“ Frequentiert wird er trotzdem rege – von Lehrern, Eltern, Schülern und Sportlern, die in der Dreifach-Turnhalle der Schule trainieren und spielen.

Stefan Grote bat darum, die Zufahrt zu entschärfen. „Jeden Morgen ist dort bei Schulbeginn die Hölle los.“ Um im Gewusel zwischen zur Schule strömenden Schülerscharen und auf den Parkplatz auf- und abfahrenden Pkws für eine Verkehrsberuhigung zu sorgen, riet der Ausschussvorsitzende zweierlei. Zum einen sollten Fahrzeuge, die vom Schotterparkplatz herunterfahren, nur nach rechts abbiegen dürfen, zum anderen sollten diejenigen, die auf den Platz wollen, nur rechts abbiegen.

Wer also von unten käme, also von der Neuenkamper Straße, müsse eine Schleife über den Kreisverkehr an der Straße Zum alten Flugplatz drehen. Andreas Huth musste Stefan Grote allerdings enttäuschen. Verkehrsregelnde Maßnahmen könnten nicht im B-Plan festgesetzt werden, dafür gäbe es keine Rechtsgrundlage.

Für Schüler, Eltern und Lehrer der Sophie-Scholl-Gesamtschule wird die kostenfreie Parkmöglichkeit, die seit 1999 existiert, bei einer Umsetzung der B-Plan-Änderung wegfallen. Stefan Grote kündigte nach Studium der Ausschussunterlagen an: „Es wird ein öffentlicher Parkplatz werden, der dann der Parkraumbewirtschaftung unterliegt, weil er sonst nur von Lehrern, Eltern und Schülern genutzt würde.“

Für die Erweiterung des Aldi-Marktes werden zwar einige Parkplätze im rückwärtigen Bereich des nördlichen Gebäudes der drei Mehrfamilienhäuser wegfallen, zusätzliche Stellflächen aber muss der Discounter nicht schaffen, weil genügend Plätze vorhanden sind. Angedacht ist, vom Parkplatz eine Treppe runter zum Otto-Lilienthal-Weg anzulegen, damit die Senioren vom Diakoniecentrum Hohenhagen nicht „um den Pudding herumlaufen müssen“, um zum Einkaufen zu gelangen, wie es Stefan Grote formulierte.