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Remscheid: Akademie mit neuem Programm

Kulturelle Bildung : Programm der Akademie: Die neue Zeit gestalten

Das neue Programm der Akademie für kulturelle Bildung bietet über 100 Kurse an. Der Spielemarkt wird ersetzt durch ein Spielkulturfestival.

Das neue Programm der Akademie der Kulturellen Bildung liest sich wie ein vielschichtiges Antwortschreiben auf Herausforderungen der Gegenwart. Die Kindergärtner*innen, Erzieher*innen und Pädagogen erwartet ein Angebot, das aktuelle Situationen des pädagogischen Alltags aufgreift und Wege anbietet, die zu kreativen Lösungen führen können.

Die Handschrift der neuen Generation der Dozenten ist dabei schon lesbar. Zum Beispiel im Fachbereich Spiel. Mit Susanne Endres und Nadine Rousseau haben zwei Frauen die Leitung übernommen. Neben den neu formatierten Angeboten zu mobilem und darstellendem Spiel zieht sich durch viele Kurse das Thema „Diversität“. „Der Umgang damit ist für die Pädagogen entscheidend“, sagt Prof. Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie.

Wer kulturelle Vielfalt als einen Wert und eine Tatsache betrachtet, kommt schnell zu den Wortfeldern „Vorurteil“ und „Stereotypen“. Wer Diversität anerkennt, sollte Vorurteile abbauen und das Denken in Stereotypen einstellen. Dieser Ansatz gibt vor, aufzuzeigen, was man eigentlich nicht machen soll. Im Programm der Akademie finden sich nun Fortbildungskurse, die die Stärken der Spielteilnehmer herausheben. Zum Beispiel sollen Kartenspiele ausprobiert werden, über deren Regeln man sich ohne Worte verständigen muss. Der Clou dabei ist, an jedem neuen Spieltisch gibt es neue Regeln, was aber niemand weiß. Alle tasten sich auf unbekanntem Terrain voran. So entsteht ein Erfahrungsraum mit dem Fremden und Unbekannten.

Der Spielemarkt der Akademie, der traditionelle am Donnerstag nach Aschermittwoch stattfinden wird, heißt künftig nicht mehr Spielemarkt. Stattdessen gibt es ein Spielkulturfestival. Zu diesem Festival lädt die Akademie keine Aussteller mehr ein, sondern schreibt einen Wettbewerb zu Spielideen aus. Im Mittelpunkt stehen viele Workshops. Die Welt des analogen und des digitalen Spiels verbinden sich dabei. Für Susanne Keuchel verfolgen die Kurse nicht in erster Linie das Ziel, die Teilnehmer fit für die digitale Welt zu machen. „Es geht darum, die digitale Welt mit zu gestalten“, sagt Keuchel. Die Vertreter der kulturellen Bildung wollen sich in diesen gesellschaftlichen Verhandlungsprozess kräftig einmischen.

Das Thema „Diversität“ zieht sich wie ein roter Faden auch durch die Angebote im Bereich Tanz. Eine neuer Fortbildungskurs verfolgt die Idee der „Community Education“. Das in England entwickelte Programm fußt auf der alten Erziehungsvorstellung, dass zur Erziehung eines Kindes ein ganzes Dorf nötig sei. Das digitale Dorf entsteht durch Vernetzung. Mittels Tanz können verschiedene Gruppen und Generationen gemeinsame, individuelle Ausdrucksformen finden. „Solche Angebote kommen besonders in Kommunen gut an“, sagt Keuchel.

Was hilft jungen Menschen, die Gefahr laufen, sich rechtsextremen Gruppen anzuschließen? Auch dazu gibt es für Pädagogen Hilfestellungen. Die Grundhaltung lautet: Im Gespräch bleiben, die Person wertschätzen, auch wenn man ihr Verhalten missbilligt.
www.kulturellebildung.de