Remscheid: Ärger mit dem Müll

Bürgermonitor in Remscheid : Ärger mit dem Müll

Wird die Gelbe Tonne mit dem falschen Müll gefüllt, kann der Entsorger sie ungeleert vor der Haustür stehen lassen. Das erlebten jetzt Anwohner der Lenneper Altstadt. Hilfe ist möglich, kann aber ins Geld gehen.

Leere Plastikbecher und Konservenbüchsen, Alufolien, Styroporreste, Kronkorken oder Getränkekartons, sie alle fallen in die Kategorie „Leichtverpackungen“ – und müssen in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack entsorgt werden, um so dem Recyclingprozess zugeführt zu werden.

Was in der vergangenen Woche in der 240-Liter-Tonne eines Lenneper BM-Lesers landete, fällt eindeutig nicht in diese Kategorie. Reste von Tiramisu, Eierschalen und andere Speisereste entsorgte ein Unbekannter am Abend in größerer Menge in die Tonne der Hausgemeinschaft, die zu diesem Zeitpunkt schon in den Gassen des historischen Ortskerns stand, um am nächsten Morgen geleert zu werden. Einen Vollservice wie bei der Restmülltonne, wo die Tonne von den Müllwerkern aus dem Haus oder dem Hof geholt und auch wieder zurückgebracht wird, gibt es bei der Gelben Tonne nicht.

Die unsachgemäße Befüllung hatte Konsequenzen. Die Mitarbeiter der Firma Remondis, die in Remscheid für die Leerung der Tonnen zuständig ist, ließen die Tonne einfach voll zurück.

Was nun? Die Speisereste bis zur nächsten Leerung in vier Wochen vor sich hin gammeln lassen und damit rechnen, dass die Sommersonne dabei für eine entsprechende Geruchsentwicklung sorgt? Oder doch lieber die falsche Füllung aus der Tonne holen, auch wenn man sie nicht dort platziert hat. Wie eine Nachfrage der BM beim zuständigen Logistikzweig der Firma Awista in Düsseldorf ergab, wäre Letzteres der korrekte Weg, wenn man die Tonne doch noch schneller geleert haben möchte. Über einen Anruf im Callcenter unter der Rufnummer 02 11 / 83 099 099 kann eine erneute Anfahrt geklärt werden. Kosten fallen nicht an, wenn man erklärt, was passiert ist.

Es sei übrigens keineswegs so, dass erst in die Tonne geschaut wird, bevor sie in das Müllfahrzeug entleert wird, sagt Michael Knops von Awista. Den Kollegen sei in Lennep wohl durch das ungewöhnliche Gewicht der Tonne aufgefallen, dass hier etwas nicht stimmt, vermutet er. Weil korrekt gefüllte Tonnen hauptsächlich leere Verpackungen enthalten, seien die Behälter mit den gelben Deckeln im Vergleich mit den Restmüll-Tonnen meist relativ leicht.

Wer sich nicht überwinden kann oder will, die falschen Inhalte aus der Tonne zu entfernen, findet in solchen Fällen aber auch Hilfe bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR). Die sind zwar offiziell vor Ort „nur“ für die Entsorgung von Altpapier, Biomüll und Restmüll zuständig, bieten aber in solchen Fälle auch ihre Dienste an, sagt Michael Sauer.

Wenn es für den Kunden unzumutbar sei, den in der Tonne zusammengeschütteten Müll wieder zu trennen, holen ihn die Technischen Betriebe gegen eine Gebühr ab. Je nach Tonnenvolumen reicht die Gebühr dafür von 23,90 Euro für eine 120-Liter-Tonne bis 70,25 Euro für den 1200-Liter-Container.

Als lokaler Dienstleister sind die TBR erste Adresse für die Bürger, wenn es um Fragen zum Thema Müll geht. Obwohl die Gelbe Tonne nicht von den TBR betreut wird, hält die städtische Tochter auf ihrer Internet-Seite deshalb viele Informationen zum Thema bereit, sagt Frank Ackermann, der die Medienarbeit koordiniert. Zudem hat man die Leerungstermine für die Gelbe Tonne in den von den TBR erstellten Abfuhr-Kalender mit aufgenommen. Das macht es für die Bürger einfacher.

Auf der TBR-Seite (www.tbr-info.de) findet sich auch die Hotline für nicht abgeholte Gelbe Tonnen oder Säcke: 0 800 / 12 23 255.

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