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Remscheid: #5630 stürmt die Theaterbühne

Auftritt in Remscheid : #5630 stürmt die Theaterbühne

Die Corona-Pandemie hat das Remscheider Jugendprojekt #5630 ausgebremst. Nun öffnen sich allerdings neue Türen. Es gibt nämlich die Möglichkeit, einen Teil des Programms auf die Bühne des Teo Otto Theaters zu bringen.

Für die Macher und die Jugendlichen des Projekts #5630 war es ein harter Schlag: „Plötzlich mussten wir unsere Show absagen“, erzählt Initiator Jochen Peitz. Nach der ersten Absage aus finanziellen Gründen im vergangenen Jahr, wirkte die neue Entwicklung wie ein Desaster. „Wir hatten gerade die Zusage eines großen Sponsoren“, sagt Peitz, „der Vorverkauf für die Shows war gut angelaufen. Das war ein richtig glücklicher Moment.“

In diesen Augenblick platzte die Verschärfung der Corona-Pandemie. Die Macher entschieden früh, dass die Shows mit bis zu 1000 Besuchern nicht stattfinden würden können. „Alle waren sehr enttäuscht“, sagt Peitz, „aber wir haben mit der Stadt und den Veranstaltungstechnikern direkt nach neuen Terminen gesucht.“ Die Shows sollen nun am 27. und 28. November in der Halle Neuenkamp stattfinden – aber auch dieser Termin steht noch unter Vorbehalt, weil schließlich niemand absehen könne, wie sich die Corona-Krise entwickle. Der Vorverkauf läuft trotzdem und sei extrem wichtig für das Projekt.

Der Laden im Alle Center musste schließen, der Kontakt zu den 300 Jugendlichen und den vielen Gruppenleitern wurde etwas leiser. „Das hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Peitz. Trotzdem beschlossen die Macher, auch diese Hürde überwinden zu wollen. „Wir geben doch jetzt nicht auf“, betont Peitz. Und deswegen setzte er sich nach den organisatorischen Herausforderungen mit Marcel Haupt zusammen und widmete sich den kreativen Aufgaben, für die sie einst angetreten waren.

Es entstand ein Corona-Projekt: Mit einer Förderung von 4000 Euro belohnte der Bergische Kulturfonds die #5630-Ideen. Jugendliche sollten über ihre Corona-Sorgen in kleinen Videoclips berichten. Aber die Krise und der Wunsch, zu Hause zu bleiben und lieber nicht über das Virus zu sprechen, waren größer. Also planten die Macher um und entwarfen ein Tanzprojekt, das die Sorgen und Gedanken der Jugendlichen künstlerisch umsetzen soll. Die Aktion läuft noch.

Mitten im kreativen Prozess klingelte das Telefon und Sven Graf, künstlerischer Leiter des Teo Otto Theaters, rief an und stellte die Idee „Kultur für Kultur“ vor. Für #5630 öffnete sich die Möglichkeit, einen Teil des Programms auf die Bühne des Theaters zu bringen – am 13. Juni um 19.30 Uhr. Mit rund 100 Zuschauern und einem ausgeklügelten Hygienekonzept.

„Das ist eine tolle Chance“, sagt Peitz und lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Team im Teo Otto Theater. Gemeinsam mit Marcel Haupt strickte Peitz ein Programm, das alle beteiligten Gruppen berücksichtigte – ohne dass alle auf der Bühne stehen. „Das ist auch wegen der Corona-Regeln gar nicht möglich“, sagt Peitz und denkt etwa an die Tänzerinnen oder die Artistic Jumpers. „Aber alle werden vorkommen“, erklärt er, „dank einer großen Leinwand.“

Auftritte auf der Bühne werden überblenden in die längst produzierten Videoclips des Projekts. „Unserer Philosophie bleiben wir treu“, sagt Peitz. Das gelte für das hohe Niveau und die künstlerische Vorgehensweise. Wortkunst trifft auf Musik, Sport auf wissenschaftlichen Forschungsgeist: „Das sollte man erleben“, sagt Peitz, „denn es lässt sich nur schwer beschreiben.“

Eine Probe mit den Akteuren und der kompletten, aufwändigen Technik ist nicht möglich, der Optimismus trotzdem groß.