1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: 44-Jähriger wegen Waffenbesitzes verurteilt

Prozess in Remscheid : 44-Jähriger wegen Waffenbesitzes verurteilt

Weil er gegen das Waffengesetz verstoßen hatte, ist ein Angeklagter am Mittwoch im Amtsgericht zu 40 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt worden. Vom Vorwurf, seine Ehefrau, mit der er in Scheidung lebt, bedroht zu haben, sprach ihn der Richter frei.

Dem 44-jährigen Mann, der in Lüttringhausen lebt, wurde vorgeworfen, einen Revolver zu besitzen und damit gedroht zu haben, die männlichen Verwandten seiner Frau erschießen zu wollen, wenn er seine Kinder nicht sehen darf. Waffenbesitz und Drohung bestritt der Mann. „Ich habe noch nicht einmal eine Wasserpistole.“

Das sah seine frühere Ehefrau, die als Zeugin befragt wurde, ganz anders. Als ihr Mann im März 2018 ausgezogen sei, habe sie seinen Schrank ausgeräumt. „Zwischen seinen Klamotten habe ich die Waffe entdeckt. Eingewickelt in eine schwarze Tüte. Ich habe sie zur Polizei gebracht.“ Ein Jahr nachdem die Familie ins Haus eingezogen sei habe 2010 ein Freund ihres Mannes die Waffe mitgebracht. „Ich bin ausgeflippt. Habe meinen Mann daran erinnert, dass wir zwei Kinder im Haus haben.“ Er habe ihr dann gesagt, dass er den Revolver zurückgegeben habe.

2018 seien sie dann in Streit geraten, weil er sie betrogen hätte. Mit einer Frau, aber auch finanziell. Da habe er sie bedroht. „Er wirft mir vor, dass er seine Söhne nicht sehen darf. Aber sie wollen ihn nicht treffen, weil sie den ganzen Streit mitbekommen haben. Da hat er gesagt, dass er meine Verwandten töten will, damit auch diese Kinder ohne Vater aufwachsen müssen.“

Die Anwältin des Angeklagten, der nicht vorbelastet ist, schilderte ausführlich, was vorausgegangen war. „Da laufen noch zahlreiche Verfahren neben der Scheidung und dem Zugewinnverfahren. Ein jahrelanger Kampf, nicht zuletzt um das Besuchsrecht, habe es gegeben. „Streitigkeiten ja, aber keine Bedrohungen“, ließ sie das Gericht wissen. Ob er sich vorstellen könnte, dass seine inzwischen 17 und 18 Jahre alten Söhne die Waffe angeschafft haben, wollte der Richter wissen. Das verneinte der Angeklagte. Überhaupt verstehe er die Anklagepunkte seiner Frau nicht: „Bis März 2018 war ich ein guter Mann. Ab da soll ich ein schlechter sein?“

Der Staatsanwalt zweifelte nicht an der Aussage der Ehefrau: „Ihr Mann hat ihr versprochen, die Waffe zurückzugeben. Das tat er offensichtlich nicht.“ Auch die Bedrohung im Rahmen des Umgangsrechtes sei nachvollziehbar. Die Anwältin beantragte, den Angeklagten ob der unbewiesenen Tatbestände freizusprechen. Der Richter sah den Verstoß gegen das Waffengesetz als bewiesen an.

„Im Übrigen wird der Angeklagte freigesprochen, denn die Aussagen zur Bedrohung reichen nicht für eine Bestrafung.“