Remscheid: 40-Jähriger stiehlt Rettungswagen aus Krankenhaus

Betrunken und ohne Führerschein : Betrunkener klaut Rettungswagen

Das Feuerwehrauto stand mit laufendem Motor vor Einsatzort an der Burger Straße.

Um nach einem Krankenhausbesuch nach Hause zu kommen, hat ein 40-Jähriger in der Nacht zu Donnerstag einen Rettungswagen gestohlen, der vor dem Remscheider Sana-Klinikum wartete. Der Mann sei in der Nacht zu Mittwoch von eben diesem Rettungswagen in die Klinik an der Burger Straße gebracht worden, wie ein Sprecher der Kölner Polizei sagte. Die Kölner Autobahnpolizei nahm den Mann schließlich auf der Autobahn 3 nahe der Ausfahrt Königsforst fest. Nach Angaben der Polizei war er alkoholisiert und hatte keinen Führerschein. Kurz vor Mitternacht ging bei der Remscheider Feuerwehr der Notruf ein. Er kam aus dem Alloheim an der Burgerstraße, wo überwiegend alte Menschen leben. Zwei Rettungssanitäter machten sich auf den Weg.

Nach Angaben der Feuerwehreinsatzleitung trafen sie auf einen Patienten, der schnell ins benachbarte Sana-Klinikum gebracht werden musste. Die Sanitäter fuhren den kurzen Weg nicht mit ihrem Fahrzeug, sondern transportierten den Patienten in einem fahrbaren Bett. Als sie nach etwa einer halben Stunde wieder zurückkamen, war ihr Fahrzeug verschwunden. „Das ist superblöd gelaufen“, sagte Einsatzleiter Josef Köster. Es habe zwar eine kurze Stellungnahme der Kollegen gegeben, aber die Diensthabenden sollten sich erstmal nach der Nacht ausschlafen, bevor der Einsatz noch einmal analysiert werde, sagte Köster. Es sei nicht unüblich, dass während eines Einsatzes das Feuerwehrauto bei laufendem Motor vor der Haustüre stehe. Die Spezialfahrzeuge verfügen über eine Schaltung, die den Motor auch im Stand laufen lässt. Das geschehe aus sicherheitstechnischen Gründen. Der Rettungswagen verfüge über eine große Anzahl an medizinischen Geräten. Diese müssen ständig mit Strom versorgt werden. Der laufende Motor soll verhindern, dass die Batterie überlastet werde.

Köster betonte, bei den Einsätzen herrsche großer Stress für die Mitarbeiter: „Es geht darum, Leben zu retten und schnell zu handeln.“ Ob der Autoschlüssel stecken bleibt und somit auch die Türen offen bleiben, sei ein Abwägungsprozess. Wenn einer schnell noch mal ans Auto muss, um ein Gerät zu holen, sei es auch unglücklich, wenn die Türe verschlossen sind und der Kollege den Schlüssel hat.

(siev/dpa)
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