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Remscheid: 3000 Euro Bußgeld für Exhibitionisten

Remscheider vor Gericht : 3000 Euro Bußgeld für Exhibitionisten

Auf die Berufung eines 42-jährigen Remscheiders gegen die Verurteilung zu einer Geldstrafe von 3600 Euro am Amtsgericht wegen exhibitionistischer Handlungen stellte das Landgericht Wuppertal das Verfahren aus pragmatischen, coronabedingten Gründen ein. Eine Zahlung von 3000 Euro soll an den Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen gehen.

War es eine Mutprobe, die nur nicht gut ankam? Mit einem Auto in Remscheid dicht und langsam an einer Gruppe junger Frauen vorbeizufahren, ohne ein dezentes Beinkleid zu tragen (um es zurückhaltend auszudrücken), ist unfein und in heutigen aufgeregten Zeiten nicht ganz ungefährlich.

Sanken früher viele Damen bei derartigen Offenbarungen in Ohnmacht, gehen sie heute selbstbewusst vor Gericht: Einen solchen unangenehmen optischen Überraschungsangriff muss man sich nicht bieten lassen. Und nur wenige Geistesgegenwärtige parieren das mit dem mütterlichen Ratschlag, der Mann möge sich nicht erkälten. Ob grober Unfug, schwere Beleidigung oder sexuelle Nötigung, da vermengen sich viele Vorwürfe, und die Gerichte urteilen so etwas routiniert ab. Beim Amtsgericht im Februar hatten drei Zeuginnen gegen den 42-jährigen Remscheider ausgesagt. Das Urteil: eine Geldstrafe von 3600 Euro.

Das war dem Remscheider allerdings zu viel. Die Berufung vor dem Landgericht Wuppertal wurde nun bereits zum zweiten Mal angesetzt, der erste Termin war wegen Corona-Alarm geplatzt. Jetzt wurde es aber noch komplizierter. Von den drei Zeuginnen erschien mit Verspätung nur eine, die zweite war entschuldigt wegen Coronaverdacht im familiären Umfeld und die dritte schließlich befand sich nach einer Kroatien-Fahrt in 14-tägiger Quarantäne.

Ein neuer Termin wäre für das Gericht naheliegend gewesen. Aber es gab mit Blick auf die Pandemie-Entwicklung erhebliche Zweifel daran, ob der mit Sicherheit durchführbar wäre. Die Richterin, die das Vergehen im „unteren Bereich auf der Kriminalitätsskala“ sah, schlug deshalb die Einstellung des Verfahrens vor, auch aus Kostengründen.

Stattdessen solle eine Bußzahlung an den Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen gehen. Die Prozessbeteiligten einigten sich am Ende auf 3000 Euro, nach deren Zahlung wäre das Verfahren dann abgeschlossen.