Remscheid: 22-Jähriger in Düsseldorf wegen 66 Straftaten vor Gericht

Prozess in Düsseldorf : 22-jähriger Remscheider wegen 66 Straftaten vor Gericht

Wegen 66 Straftaten - darunter Anstiftung zum Mord - muss sich ein 22-jähriger Remscheider in Düsseldorf seit Dienstag vor Gericht verantworten. Beim Prozessauftakt vor dem Landgericht bestritt der Angeklagte die Taten.

Anstiftung zum Mord, Körperverletzung, dazu noch Nötigung und Diebstahl: Die Anklage liest sich so, als hätte hier jemand jegliches Unrechtsempfinden über Bord geworfen. Die Verfehlungen gipfelten offenbar in zwei Versuchen, jemanden zu einem Mord anzustiften. Dazu soll der 22-jährige Remscheider, der sich von Dienstag an vor dem Düsseldorfer Landgericht zu verantworten hat, auch noch 40 Mal gegen das gerichtliche Verbot verstoßen haben, sich der Wohnung seiner Ex-Freundin zu nähern.

Beim Prozessauftakt vor dem Landgericht bestritt der Angeklagte die Taten. Die Vorwürfe seien frei erfunden, um ihn ins Gefängnis zu bringen.

Für die junge Frau scheint mit dem Ende einer mehrwöchigen Beziehung ein Martyrium begonnen zu haben. Nach dem Beziehungsende im Sommer 2017 soll sie der Angeklagte in ihrer Wohnung eingeschlossen, gewürgt und gegen eine Wand gedrückt haben. Er soll seine ehemalige Freundin nicht nur vor deren Wohnung gestalkt, sondern ihr auch WhatsApp-Nachrichten geschickt haben, in denen er sie beschimpfte. Dazu soll er ihr Nacktbilder von sich selbst geschickt und ihr angedroht haben, sie umzubringen, sollte sie ihn betrügen. Auch der Handykontakt war ihm zuvor gerichtlich verboten worden.

Hinzu kommt, dass der Angeklagte nicht nur seine Ex-Freundin, sondern auch deren neuen Freund bedroht und verunglimpft haben soll. Im Juli 2018 soll der Angeklagte ein Video seiner Ex-Freundin und deren Freundes bei Instagram veröffentlicht haben, in dem er den Mann als „Pädophilen“ bezeichnete. Dessen Eltern soll er dazu aufgefordert haben, ihren Sohn umzubringen. Der Mutter seiner Ex-Freundin soll er eine ölige Flüssigkeit unter das Auto geschüttet und angezündet haben. Neben der ehemaligen Freundin und deren neuem Lebensgefährten gab es offenbar ein weiteres Opfer, für das der Remscheider einen „Fake-Account“ auf Instagram eingerichtet haben soll. Dort soll er ohne deren Einverständnis etliche Fotos der Frau eingestellt und weltweit zugänglich gemacht haben. Unter anderem hatte der Angeklagte private Daten und die Telefonnummer veröffentlicht, woraufhin die Frau von etlichen Männern auf WhatsApp angeschrieben worden war und daraufhin ihre Telefonnummer wechseln musste.

Angeklagt sind dazu noch weitere 66 Vergehen, in denen der Remscheider andere genötigt und beleidigt haben soll. Auch soll der 22-Jährige mehrmals den Notruf missbraucht und Diebstähle begangen haben. Für den Prozess am Düsseldorfer Landgericht wurden weitere drei Verhandlungstage angesetzt.

Mehr von RP ONLINE