rem_PG Benefiz Hospiz-Wunschkonzert

Kultur in Remscheid: Ein Wunschkonzert als Spendensammlung

Der Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land will mit einem Konzert von Kirchenmusikdirektorin Ruth Forsbach Geld für den Neubau sammeln.

Dass der Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land zu den rührigen seiner Zunft zählt, wird schnell klar. Und zwar dann, wenn man sich bewusst macht, dass der Verein in gerade einmal sechs Jahren insgesamt 1,7 Millionen Euro an Spendengeldern für den Neubau eines Hospizgebäudes in Lüttringhausen gesammelt hat.

„Und das aus der Bevölkerung von Remscheid, Radevormwald, Wermelskirchen und Hückeswagen – ohne einen besonders finanzkräftigen Einzelsponsor im Hintergrund“, wie Pfarrer Uwe Leicht, geistlicher Vorsteher der Evangelischen Stiftung Tannenhof, betont. Man müsse Ideen entwickeln, wie man die Leute dazu gewinnen könne, Geld zu spenden, sagt auch Kirchenmusikdirektorin Ruth Forsbach.

Sie ist es auch, die die Idee für ein eher ungewöhnliches Benefizkonzert hatte. „Für fünf Euro kann man sich eine Minute Musik kaufen“, sagt die Organistin und ergänzt schmunzelnd: „Man muss das Anliegen schließlich interessant halten.“ Das Prinzip ist simpel: Forsbach hat eine Liste von 32 Orgelwerken zusammengestellt, die zwischen drei und 14 Minuten lang sind. „Wenn man nun etwa gerne das ‚Praeludium und Fuge in D-Dur‘ von Dietrich Buxtehude hören will, muss man dafür 25 Euro spenden – denn das Werk ist fünf Minuten lang“, sagt Forsbach. Das Konzert wird am Sonntag, 30. September, um 17 Uhr in der evangelischen Kirche der Stiftung Tannenhof stattfinden, Forsbach wird auf der Beckerath-Orgel spielen. Die wird in diesem Jahr übrigens 50 Jahre alt.

Dabei hängt die Länge des Konzerts davon ab, wie spendenfreudig die Besucher sind. „Wenn alle Stücke ersteigert werden, dann müssen wir wohl eine etwas längere Pause machen, denn dann kommen wir auf eine Gesamtspielzeit von etwa zweieinhalb Stunden“, sagt Forsbach schmunzelnd.

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Unterteilt hat sie die Auswahl der Stücke in „Werke der Barockzeit“, „Werke der Klassik und Romantik“ und „Heitere Werke des 20. Jahrhunderts“. Damit sei für alle Geschmäcker etwas dabei. Es seien viele populäre Stücke im Programm, aber auch anspruchsvolle Werke. „Man kann mich beim Konzert also durchaus beschäftigen“, sagt Forsbach lachend. Die Organistin betont zudem, dass natürlich auch mitgemacht werden könne, wenn man beim Konzert nicht dabei sein kann. „Es geht ja schließlich um die Spenden für den Hospiz-Neubau. Jeder Spender bekommt selbstverständlich eine Spendenbescheinigung.“

Die Ersteigerung von Stücken ist dabei ab sofort möglich. „Die Liste der möglichen Lieder ist online auf der Webseite des Fördervereins einsehbar (Anm. d. Red.: www.bergisches-hospiz.de). Dort stehen auch die Kontodaten, auf die die Spende überwiesen werden muss“, sagt Leicht.

Selbstverständlich könne auch gerne aufgerundet werden. „Wir haben mit den bereits gesammelten 1,7 Millionen Euro zwar den Baukörper abgedeckt, aber natürlich soll ja auch der Außenbereich gestaltet werden und das Innere entsprechend schön eingerichtet werden“, sagt Leicht. Mitgemacht werden kann noch bis zum 20. September. „Denn die Stücke sind zwar schon mehr oder weniger aus meinem Repertoire, aber auf Zuruf würde es dann doch nicht gehen“, sagt Forsbach lachend. Außerdem wolle sie das Programm, so unterschiedlich die Inhalte auch sein mögen, schon mit einem roten Faden gestalten.