Rat will elektrischen „Müngstener“

Bahnverkehr im Bergischen : Rat will elektrischen „Müngstener“

Mehrheit drängt darauf, dass Remscheid besser ans Bahnnetz angebunden wird.

Die Stadt Remscheid soll sich bei Bund und Land sowie bei den zuständigen Verkehrsverbünden für die Elektrifizierung der Strecke des „Müngsteners“ einsetzen. Dies fordern die Fraktionen und Gruppen von CDU, SPD, Grünen, Linke, FDP und Wählergemeinschaft in einem gemeinsamen Antrag für die Ratssitzung am 22. November. Damit sollen die Möglichkeiten für eine stärkere Anbindung Remscheids an den Schienenverkehr in NRW verbessert werden. „Für die Attraktivität einer Stadt als Wohn- und Wirtschaftsstandort sei die verkehrliche Anbindung an das Umland von ausschlaggebender Bedeutung“, argumentieren die Antragsteller.

Abgesehen von einigen Zügen morgens und nachmittags verkehrt der „Müngstener“ (Linie S 7) nur zwischen Wuppertal, Remscheid und dem Solinger Hauptbahnhof in Ohligs. Weil auf der Müngstener Brücke Oberleitungen aus statischen Gründen und wegen des Denkmalschutzes nicht möglich sind, setzt das Bahnunternehmen Abellio auf dieser Linie Dieselzüge ein. „Eine stärkere Verknüpfung der Städte Remscheid und Solingen mit dem Zugangebot auf den anderen Strecken der Region ist nur möglich, wenn überall elektrisch betriebene Fahrzeuge eingesetzt werden. Es ist kaum vorstellbar, dass die Auftraggeber des Schienenpersonalnahverkehrs (SPNV) in NRW die Nutzung von Eisenbahnfahrzeugen mit Vergaserantrieb ausweiten“, heißt es in dem Antrag.

Angestoßen haben die Initiative die Solinger Grünen. Technisch sei die Elektrifizierung der Strecke auch ohne Oberleitungen auf der Müngstener Brücke möglich, sagt der Solinger Ratsherr Manfred Krause. Es gebe andere Techniken. Jetzt sei es Sache der drei Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal, die Initiative zu ergreifen.

Aktuell sieht der Nahverkehrsplan des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) die Prüfung des Themas wegen der befürchteten hohen Investitionskosten erst nach 2029 vor. Das wollen die Initiatoren nicht akzeptieren: Das Bergische Land dürfe bei der Weiterentwicklung des öffentlichen Schienennahverkehrs nicht weiter vernachlässigt werden. „Aus Sicht Remscheids ist es nicht hinnehmbar, bis in die 30er-Jahre dieses Jahrhunderts und auf das Auslaufen des derzeitigen Vertrages mit der Firma Abellio mit der Elektrifizierung zu warten“, heißt es im Antrag für den Rat.

Für die zu erwartenden hohen Kosten für die Elektrifizierung verweisen die Antragsteller auf den Koalitionsvertrag von CDU und SPD in Berlin. Dort wird ein „Sonderprogramm zur Finanzierung von Elektrifizierungsvorhaben“ angekündigt. Hier will man das Projekt frühzeitig für eine finanzielle Förderung anmelden.

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