Remscheid: Rat: "Pferdestall" soll dauerhaft Gedenkstätte sein

Remscheid: Rat: "Pferdestall" soll dauerhaft Gedenkstätte sein

Im früher als Pferdestall genutzten Gebäude der Polizeiwache an der Martin-Luther-Straße soll dauerhaft eine Gedenk- und Bildungsstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Remscheid entstehen. Dafür sprach sich am Donnerstagabend einstimmig der Rat der Stadt aus und folgte damit Empfehlungen des Integrations- und des Jugendrates. Die Fraktionen lobten einhellig das große Engagement der Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, die bereits zwei Ausstellungen in den Pferdestall geholt haben, die sich mit der NS-Zeit beschäftigen. Diese Ausstellungen sind allerdings zeitlich befristet, ebenso wie das Nutzungsrecht durch das Land NRW als Eigentümer des Gebäudes.

Die SPD sagte den Schülern und dem Projekt für die Zukunft volle Unterstützung zu. Nun gelte es zu klären, was der Liegenschaftsbetrieb des Landes mit dem Komplex an der Martin-Luther-Straße plant, der nur zum Teil von der Polizei genutzt wird. Das werde eine Zeit dauern, sagte Fraktionschef Sven Wolf. Die SPD versucht schon läner, hier klare Aussagen aus Düsseldorf zu bekommen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven berichtete, dass er positive Signale aus dem NRW-Innenministerium habe, dieses Projekt zu unterstützen. Die EMA engagiert sich derweil weiter für das Thema. Gestern besuchte der Vorsitzende des NRW-Verbands Deutscher Sinti und Roma, Roman Franz, die Räume an der Martin-Luther-Straße. Dort waren während der Herrschaft der Nationalsozialisten Juden, Sinti und Roma gefangen gehalten und später von dort in die Konzentrationslager deportiert worden. Die Gedenkstätte könnte eine Lücke schließen. Schon 2010 hatte der Rat beschlossen, einen zentralen Gedenkort einzurichten. Bislang ohne Erfolg.

(hr)