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Rallye: Über Remscheid nach Paris

Rallye-Station im Bergischen : Über Remscheid nach Paris

Auf dem A1-Rastplatz Richtung Köln sorgten Rallye-Teilnehmer für staunende Blicke.

Wer in der Region unterwegs ist, hat sich inzwischen mit stoischer Verzweiflung daran gewöhnt. Die noch gut 90 von ursprünglich 120 gestarteten Teilnehmern der Rallye Peking-Paris schüttelten bei ihrer Ankunft an der Raststätte Remscheid-West (Mebusmühle, Fahrtrichtung Köln) am Freitag den Kopf: „Da legen wir 12.000 Kilometer von Peking über die Mongolei, Russland, Kasachstan und durch die Wüste Gobi zurück und haben in Nordrhein-Westfalen den ersten Stau.“

Die Rallye von Peking nach Paris, deren Ursprung auf das Jahr 1907 zurückgeht, erlebt gerade ihre siebte Auflage (Veranstalter ist die englische „Endurance Rally Association“). Dabei legen Oldtimer in den Klassen „Vintage“ und „Classic“ die Strecke von China nach Frankreich in 36 Tagen zurück. Einer der Kontrollpunkte von ERA, an denen die Teilnehmer bis zu einem festgelegten Zeitpunkt eintreffen müssen und Abweichungen davon auf das Zeitkonto drücken, war die Raststätte Remscheid-West.

Dort staunten Reisende und pausierende Lkw-Fahrer nicht schlecht, als sich der Parkplatz nach und nach mit echten Schätzen auf vier Rädern füllte: Von Porsche über Mercedes, Alfa, Citroen, Morgan, Ford und Bentley rollten da wahre Fahrzeug-Legenden an. Die Teilnehmer, in der Regel zu zweit pro Auto unterwegs, stammen aus aller Herren Länder: Neuseeland, Australien, Schweiz, Amerika, Schweden, Italien und natürlich Deutschland. Über eine besondere Begrüßung auf der Raststätte Remscheid-West konnten sich die Rallye-Teilnehmer Burghard Verhaelen und sein Sohn Roman aus Kevelaer am Niederrhein mit ihrem Volvo Amazon 123 GT aus dem Baujahr 1968 und der Startnummer 51 freuen. Sie wurden von Freundin Nicole Meru aus Solingen begrüßt, die eigens zu diesem Zweck an die Raststätte gekommen war.

„Ich fahre selbst auch einen Volvo Amazon, aber nicht rallyetauglich“, sagte Nicole Meru mit einem Lachen: „Mein Mann und ich verfolgen den Rennverlauf täglich im Internet, stehen telefonisch mit Burghard und seinem Sohn in Kontakt – wir leben die Rallye ein Stück weit mit.“

Noch vor der Ankunft ihrer Freunde sagte Nicole Meru angesichts der heranrollenden Gefährte mit ihren stolzen, aber teils auch abgekämpften Fahrern darin: „Das ist eine Leistung. Man möchte sie einfach umarmen.“ Mit Burghard und Roman Verhaelen tat sie das schließlich und überreichte den beiden Rallye-Teilnehmern einige Snacks und Schokolade.

Teils in Zelten, mal in Hotels übernachten die Rallye-Teilnehmer auf ihrer Strecke. An manchen Stationen müssen sie einzelne Spezialprüfungen absolvieren, die sich bei Bestehen positiv auf das Zeitkonto niederschlagen. Am Samstag startet der Tross nach der Übernachtung im belgischen Lüttich in Richtung Paris. In der französischen Hauptstadt endet die Rallye dann am Sonntag.