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Radsport Nagel sucht neues Grundstück – bislang ohne Erfolg

Wirtschaft im Bergischen : Radsport Nagel sucht neues Grundstück – bislang ohne Erfolg

In Remscheid fehlen Gewerbeflächen. Das hat auch Gisela Nagel schon zu spüren bekommen.

Gisela Nagel würde gerne ein neues Geschäft bauen. „Was Schönes halt“, sagt die Inhaberin von Radsport Nagel in Lennep. Mit viel Ausstellungsfläche, einem Café und einem eigenen Bereich nur für weibliche Kunden. Nachhaltig soll das neue Geschäft werden, außerdem chic. Und bis zu zehn neue Arbeitsplätze könnten auch entstehen. Das Problem ist nur: Gisela Nagel findet kein Grundstück für ihr Vorhaben.

„Im Moment hänge ich völlig in der Luft“, sagt sie. Im März 2012 hatte das Unternehmen, eigentlich im oberbergischen Gummersbach zu Hause, die Remscheider Filiale in einem ehemaligen Garten-Markt eröffnet. Das neue Geschäft wurde von den Kunden gut angenommen. Allerdings heizt sich das Gebäude mit seinen großen Glasflächen im Sommer stark auf. „Die Berufsgenossenschaft wollte mir schon die Mitarbeiter nach Hause schicken“, berichtet Gisela Nagel. Zudem könne die Ware unter den hohen Temperaturen leiden.

Abhilfe könnte ein neues Domizil schaffen. Und Gisela Nagel, die in den 70er- und 80er-Jahren zu den Topathleten im deutschen Radsport gehörte, wäre auch zu einer solchen Investition bereit. Doch das 1200 Quadratmeter große Grundstück, das sie in Remscheid angeboten bekam, war dafür einfach zu klein.

Allein ist Gisela Nagel mit ihren Sorgen nicht. In ganz Remscheid mangelt es an Gewerbeflächen. Stadt und Wirtschaftsförderung können Unternehmen, die erweitern oder sich im Stadtgebiet ansiedeln wollen, nur selten passende Grundstücke anbieten. Im Jahr 2017 richtete die Stadt deswegen die Stelle eines Gewerbeflächenmanagers ein. Doch auch der kann natürlich nur managen, was auch vorhanden ist.

Und weil das oftmals nicht ausreicht, kehren immer mal wieder Unternehmen der Stadt Remscheid den Rücken. Schon vor mehr als zehn Jahren war der Sport- und Spielwarenhersteller Hudora kurz vor dem Absprung nach Burscheid. Aktuell baut die Dönges GmbH, Lieferant unter anderem für Feuerwehren und die Bundeswehr, in Wermelskirchen ihren neuen Firmensitz.

Auch bei Gisela Nagel stand im vergangenen Jahr ein Umzug ins benachbarte Radevormwald im Raum. „Es war eigentlich schon alles klar“, sagt Nagel: „Sogar die Bodenbeläge waren schon ausgesucht.“ 4000 Quadratmeter sollte die neue Halle haben. Doch als die Bauvoranfrage an die Radevormwalder Stadtverwaltung gestellt wurde, stellte die fest, dass es sich bei den Produkten von Radsport Nagel um ein sogenanntes innenstadtrelevantes Sortiment handelt. Geschäfte, die solche Waren führen, dürfen in Rader Außenbereichen nicht mehr als 700 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. So platzten die Umzugspläne.

Würde sich doch noch ein passendes Grundstück finden, würde Gisela Nagel das Thema Neubau wieder angehen. Die Pläne lägen fertig in der Schublade, das Bauunternehmen stehe bereit. „Ich hätte da wirklich Bock drauf“, sagt die Unternehmerin. Vorerst bleibe aber der Standort in Lennep erhalten. „Eine andere Lösung habe ich derzeit nicht.“